Holzarten bei Möbeln – Was bedeutet massiv, teilmassiv, MDF, Spanplatte etc.

Geschätzte Lesezeit: 10 Minuten

Kommode aus Holz

Schon in der Antike wurde der Natur-Rohstoff Holz zur Fertigung von Möbeln verwendet, wobei in erster Linie Vollholz eingesetzt wurde. In der heutigen Zeit gibt es eine Vielzahl von unterschiedlichen Holzmöbeln. So sind in Produktbeschreibungen zum Beispiel Begrifflichkeiten wie „teilmassive Ausführung“, „Furnier“ oder „MDF“ zu finden. Lesen Sie jetzt im Betten.de Magazin mehr über die verschiedenen Arten von Holz in der Möbelherstellung und worauf Sie bei der Auswahl von Möbeln aus Holz achten sollten.


Was ist Vollholz?

Der Ausdruck Vollholz wird synonym für Massivholz verwendet. Als Vollholzmöbel dürfen Möbel aus Holz bezeichnet werden, bei denen alle Teile durchgehend aus einer Holzart gefertigt sind. Im Fall von Kastenmöbeln wie Schränken oder Kommoden dürfen diese auch als Vollholzmöbel oder Massivholzmöbel deklariert werden, wenn Rückwände, Schubladenböden und/oder Schubladenzargen aus einem anderen Material bestehen. Bei furnierten Möbeln darf nicht von Vollholzmöbeln oder Massivholzmöbeln gesprochen werden (siehe: Was ist Furnier?). Die Normen für Massivholzmöbel sind in DIN 68871 festgelegt.

Definition: Massivholz

Massivholz kennzeichnet Bretter, Balken und Bohlen, welche direkt aus dem vollen Holz des Baumstammes geschnitten wurden.

Holzarten im Möbelbau

Für den Möbelbau eignen sich nicht alle Holzarten gleichermaßen gut.

Nicht jedes Holz eignet sich zum Bau von Möbeln.

Für den Bau von Massivholzmöbeln eignet sich nicht jede Art von Holz. Bei der Holzauswahl ist außerdem wichtig, welches Möbelstück gebaut werden soll, da die verschiedenen Möbel unterschiedlichen Belastungen im späteren Alltag ausgesetzt sind. Zu den wichtigsten Holzeigenschaften gehören Festigkeit, Härte, Gewicht und Struktur. In der Regel sind Nadelhölzer empfindlicher als Laubhölzer.

In der Fertigung von Vollholzmöbeln werden überwiegend folgende Holzarten eingesetzt:

  • Ahorn
  • Buche
  • Eibe
  • Eiche
  • Erle
  • Esche
  • Fichte
  • Kiefer
  • Kirschbaum
  • Lärche
  • Linde
  • Nussbaum (Walnuss)

Für weitere Informationen zu den verschiedenen Holzarten, die im Möbelbau genutzt werden, empfehlen wir Ihnen unseren Magazin-Artikel:

Verarbeitung von Massivholz in der Möbelherstellung

In der Herstellung von Vollholzmöbeln werden nur selten „gewachsene“ Bretter und Balken verwendet (Dielenverarbeitung). Dafür gibt es verschiedene Gründe, zu denen unter anderem hohe Kosten sowie eine hohe Empfindlichkeit des Holzes für Verzug gehören.

Massivholz für den Möbelbau wird hauptsächlich in Lamellenverleimung oder in Parkettverleimung eingesetzt.

Umfassende Informationen zu den Verarbeitungsverfahren können Sie im nachfolgenden Artikel unseres Betten.de Magazins nachlesen:

Was sind Leimholzplatten?

Leimholzplatten finden unter anderem in der Herstellung von Möbeln aus Vollholz Verwendung. Gefertigt werden Leimholzplatten aus einzeln gesägten und gehobelten Stäben aus getrocknetem Schnittholz, die auch als Lamellen bezeichnet werden. Die einzelnen Holzlamellen werden mit Weißleim zu stabilen Vollholzplatten verleimt. In der Breite können die einzelnen Stäbe variabel ausfallen. Holzbedingte Fehler in Einzellamellen werden bei der Leimholzplatten-Fertigung fachmännisch beseitigt. Zu den Merkmalen von Leimholzplatten gehört eine hohe Stabilität.

Betten.de Video: Massivholzbetten


Holz arbeitet: Was bedeutet das?

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Es kann schon ein Ärgernis sein, wenn man sich zum Kauf eines hochwertigen Massivholzmöbelstücks entschieden hat und dann feststellt, dass sich das teure Möbel durch Holzverzug, Farbveränderung und kleinere Rissbildungen mehr und mehr verändert. Wer dann zum Möbelhaus fährt oder den Online-Shop anschreibt, um zu reklamieren oder eine Erklärung zu verlangen, erhält häufig nur die Antwort, dass es sich um ein vollkommen normales Verhalten von Massivholzmöbeln handelt.

Es gibt für Massivholzmöbel, welche in Deutschland oder einem anderen EU-Mitgliedsstaat produziert werden, verbindliche DIN- bzw. EN-Normen, die definieren, was im Zusammenhang mit dem „lebenden“ oder „arbeitenden“ Natur-Rohstoff Holz als normal erachtet wird und was man als Kunde nicht hinnehmen muss.

Zu den in den DIN-/EN-Normen festgehaltenen, zulässigen Charakteristika für Massivholz gehören:

  • Unterschiede in Farbe und Struktur der Oberflächen
  • Verwachsungen
  • Astansätze
  • Unregelmäßigkeiten
  • Kreuz- oder Haarrisse
  • Gump (dunkle Einschlüsse bei Birke, Erle, Kirschbaum)
  • Druckstellen / Unterschiede in den Oberflächen, die bei Bearbeitungsprozessen wie Sandstrahlen, Bürsten oder Brennen in Erscheinung treten

Es gibt große Unterschiede zwischen den verschiedenen Holzarten in Bezug darauf wie stark oder schwach die beschriebenen Merkmale ausgeprägt sind. Neben der Art des Holzes nimmt auch das Wuchsgebiet Einfluss auf die charakteristischen Eigenschaften.

Zu den Mängeln und Veränderungen an Massivholz, die nicht akzeptabel sind, gehören:

  • Bretter mit angeschnittener Rinde
  • Quer- oder Längsrisse
  • Ausrisse
  • Blau- oder Rotfäule
  • Offene Leimfugen
  • Tränende Harzgallen
  • Lose Astanschnitte
  • Fraßspuren von Insekten
  • Spuren vom Hobeln oder Sägen sowie Kittstellen an Teilen und Flächen im Sichtbereich

Ideale Raumbedingungen für Vollholzmöbel

Sie können selbst etwas dafür tun, damit Ihre Massivholzmöbel lange ansehnlich und „gut in Schuss“ bleiben. Ein wesentlicher Faktor sind die klimatischen Verhältnisse in der Wohnung:

Konstante Raumtemperaturen zwischen 19°C und 23°C und eine relative Luftfeuchtigkeit von 45% bis 55% ist für Möbel aus Massivholz optimal. Wenn die Luft im Zimmer zu trocken ist, führt dieses dazu, dass das Holz „schwindet“ (es gibt Feuchtigkeit ab und „schrumpft“). Ist die Luftfeuchtigkeit zu hoch, dehnt sich das Holz aus (es nimmt Feuchtigkeit auf und „quillt“). Holz ist auch in der Lage Feuchtigkeit zu speichern und diese bei trockener Luft wieder an den Raum abzugeben, kann so also auch einen Anteil zum Ausgleich des Raumklimas leisten. In der Regel schaden kurzfristige Abweichungen beim Raumklima Holzmöbeln nicht.

Was ist Echtholz?

Unter dem Begriff Echtholz werden sowohl massive Vollholzmöbel (siehe: Was ist Vollholz?) als auch Möbel mit Echtholzfurnieren (siehe: Was ist Furnier?) zusammengefasst. Wenn ein Möbelstück z.B. als „echt Eiche“ oder „echt Buche“ bezeichnet wird, kann es sich dementsprechend um Produkte aus massivem Holz oder aber um ein Produkt, das mit Echtholz furniert ist, handeln.

Echtholz ist dementsprechend nicht automatisch mit Massivholz gleichzusetzen. Die Angabe von „echt Nussbaum“ muss also nicht zwangsläufig „Nussbaum massiv“ bedeuten. Bei der Möbelauswahl sollten Sie hier im Zweifelsfall genau nachfragen, ob es sich um ein furniertes oder massives Möbelstück handelt.

Was bedeutet teilmassiv?

Unter teilmassiv versteht man bei Möbeln die Kombination von massivem Holz mit Furnier oder Holzwerkstoffen. Bei Kastenmöbeln in teilmassiver Ausführung, können zum Beispiel die Zargen (äußere Umrandungen) von Schranktüren oder Schubladenblenden aus Massivholz gefertigt sein, während die Füllungen beispielweise furniert sind.

Teilmassive Schränke können auch über einen Korpus aus Spanplatte mit aufgeklebtem Folien-Dekor (z.B. in Walnuss-Nachbildung) und Türen/Fronten aus massivem Vollholz bestehen.

Beim Kauf eines teilmassiven Möbelstücks sollten Sie darauf achten, wie viel Massivholz tatsächlich verarbeitet ist. Nur so können Sie Qualität und Preis des Möbels richtig einordnen.

Was ist Furnier?

Als Furnier oder Echtholzfurnier bezeichnet man dünne Holzblätter, die durch Messern, Schälen oder Sägen von einem Stamm oder Stammteil gewonnen werden. Die Furnierherstellung wird in Deutschland durch die DIN 4079 geregelt.

Bei qualitativ hochwertigen furnierten Holzmöbeln achtet der Hersteller darauf, dass die zur Produktion des Möbels benötigten Furnierblätter in direkter Folge aus dem gleichen Baum stammen, damit beim Aufbringen der Furniere auf das Trägermaterial eine möglichst gleichmäßige Oberfläche erreicht werden kann.

Furnierte Oberflächen zeichnen sich durch eine dauerhafte Optik aus. Im Gegensatz zu den Oberflächen von Vollholzmöbeln, wo sich mit der Zeit Risse oder Fugen bilden können, bleibt das Erscheinungsbild von Furnieren unverändert erhalten.

Furnierarten nach Verwendung:

  • Absperrfurniere sollen verhindern, dass das Holz der Trägerplatte „arbeitet“ (aufwölben, verziehen,…). Aus diesem Grund werden Absperrfurniere auf Rückseiten und Innenseiten der Holz-Trägerplatten aufgeleimt. Absperrfurniere sind in der Regel nicht sichtbar.
  • Deckfurniere zeichnen sich durch eine besonders schöne Optik aus. Sie werden auf Trägerplatten (Innen- und Außenflächen) von Möbeln geleimt (furniert), um dem Möbelstück eine „Echtholzoptik“ zu verleihen. Deckfurniere von Laubhölzern sind zwischen 0,55 mm und 0,75 mm dick. Aus Nadelhölzern gewonnene Deckfurniere haben eine Stärke von 0,85 mm bis 1,00 mm.
  • Unterfurniere verhindern ein Reißen. Sie werden vor dem Aufbringen von Deckfurnieren aufgeleimt.

Umfassende Informationen u.a. zu Furnieren, zur Geschichte des Furniers sowie zur Pflege von furnierten Oberflächen können Sie der PDF-Veröffentlichung „Furnier im Innenausbau“ der TU Dresden entnehmen.

Furniergewinnung

Man unterscheidet bei der Furniergewinnung grob zwischen Messerfurnier, Sägefurnier und Schälfurnier.

Bei der Herstellung von Messerfurnier geht es darum eine möglichst große Fläche zu erreichen. Aus diesem Grund wird der Baumstamm zunächst geteilt. Um das in der Regel noch sehr spröde Holz weicher und geschmeidiger zu machen, wird es im Anschluss gewässert oder gedämpft. Danach werden spezielle Messer eingesetzt, um das Furnier zu gewinnen. Es handelt sich um ein sehr Verschnitt-armes Verfahren, bei dem nur der Messerrest übrig bleibt.

Die Gewinnung von Sägefurnier erfolgt mithilfe einer Spezial-Säge. Diese Säge schneidet bzw. sägt das Furnier direkt vom zugerichteten Block ab.

Schälfurnier zeichnet sich durch eine sehr dekorative Maserung aus. Es wird mit einem besonderen Schälmesser gewonnen. Das Holz wird vor dem Schälprozess weich „gemacht“. Anschließend wird das Furnier mit dem Schälmesser vom vorbereiteten Stamm rundherum von außen nach innen auf der gesamten Länge geschnitten.

Dekorfolien als Furnieralternative

Seit Anfang der 1960er Jahre finden Dekorfolien in Deutschland Verwendung. Sie dienen als Oberflächenmaterial (Furnieralternative) zur Vergütung von Span-, MDF- und Hartfaserplatten in der Möbelherstellung. Es gibt eine Vielzahl an unterschiedlichen Qualitäten und Mustern bei den Dekorfolien, so dass u.a. diverse Holzimitate und farbige Varianten zur Verfügung stehen. Dekorfolien bestehen aus verschiedenen Schichten und gehören zu den duroplastischen Kunststoffen. Folierte Möbeloberflächen sind verhältnismäßig pflegeleicht und dauerhaft.

Was sind Holzwerkstoffe?

Als Holzwerkstoffe werden Werkstoffe bezeichnet, die zum größten Teil aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz gefertigt werden.

Innerhalb der Holzwerkstoffe unterscheidet man zwischen:

  • Lagenwerkstoffe
    (zu einzelnen Furnierschichten verleimte Platten)
  • Verbundwerkstoffe
    (Platten, die aus einer Mittellage und zwei Decklagen bestehen)
  • Holzspanwerkstoffe
    (Platten aus Holzspänen und Kunstharzkleber, Herstellung bei ca. 180°C unter hohem Druck)
  • Holzfaserwerkstoffe
    (Platten aus Holzfasern oder Rapsstroh – teilweise mit Klebstoffen)

Trägerplatten im Möbelbau

Im Möbelbau ist außerdem der Begriff der Trägerplatten geprägt. In die Kategorie der Trägerplatten fallen Spanplatten, Tischlerplatten, Sperrholzplatten und MDF-Platten.

Trägerplatten dienen im Möbelbau als Ersatzwerkstoffe für Massivholz. Sie werden mit Furnieren, Kunststofffolien (Dekorfolien) oder Lacken veredelt eingesetzt. Die meisten Küchen-Arbeitsplatten gehören zu den Trägerplatten.

Was ist MDF?

Möbelbau: Was sind MDF-Platten?

MDF-Platten haben eine charakteristische Optik

MDF oder MDF-Platten ist die Abkürzung für mitteldichte Faserplatten bzw. mitteldichte Holzfaserplatten (engl. Medium Density Fiberboard). Die MDF-Platten gehören zu den Holzfaserwerkstoffen. Sie werden aus fein zerspanten Holzfasern (ca. 90%) und Bindemitteln hergestellt. Die Holzfasern werden mit dem Bindemittel versetzt und anschließend im Heißluftstrom getrocknet. Das Gemisch wird dann bei erhöhten Temperaturen und unter Druck zu Platten mit einer Stärke von 3 mm bis 25 mm gepresst.

Geschlossene und homogene Oberflächen sowie dichte und feine Schmalflächen gehören zu den Merkmalen von MDF-Platten.

Was sind Hartfaserplatten?

Hartfaserplatten bestehen aus Holzfasern und Klebstoffen, die unter Hitze und Druck zu Platten mit einer Stärke von 2 mm bis 6 mm gepresst werden.

Im Möbelbau dienen Hartfaserplatten in erster Linie als Rückwände für Schränke und Wohnwände sowie als Schubladenböden.

Was sind Spanplatten?

Grobspanplatte - OSB-Platte - eine besondere Art der Spanplatte

Besonderheit Grobspanplatte – besser bekannt als OSB-Platte

Spanplatten sind Holzspanwerkstoffe, die z.B. im Möbelbau als Trägerplatten für Furniere oder Dekorfolien fungieren.

Hergestellt werden Spanplatten aus ca. 92% Holzspänen und ca. 8% Kunstharzleimen. Späne und Leime werden unter großem Druck und großer Hitze zu einer Platte gepresst. Zur Fertigung von Spanplatten werden sowohl Späne von Harthölzern (Eiche, Esche, Birke, Buche) als auch Späne von Weichhölzern (Kiefer, Fichte, Tanne) eingesetzt.

Die Spanplatte ist eine Weiterentwicklung der Sperrholz-Tischlerplatte, die in Deutschland verstärkt seit den 1960er Jahren für den Bau von Möbeln genutzt wird. Spanplatten sind eine sehr wirtschaftliche Form der Holzverarbeitung.

Neben einfachen Spanplatten (Einschichtplatten) gibt es auch Drei- und Mehrschichtplatten. Bei diesen Spanplatten weisen die verschiedenen Schichten unterschiedliche Dichten auf.

Was ist Sperrholz?

Mehrere Furnierschichten sind beim Sperrholz kreuzweise miteinander verleimt, um zu verhindern, dass die einzelnen Schichten "arbeiten" können.

Sperrholz bietet eine authentische Holzoptik.

Sperrholz wird auch als Sperrholzplatte, Furniersperrholz oder einfach nur Furnierplatte bezeichnet. Furniersperrholz gehört innerhalb der Holzwerkstoffe zu den Lagenwerkstoffen.

Hergestellt wird Sperrholz aus kreuzweise auf- bzw. übereinander geleimten Schälfurnieren (u.a. aus Rotbuche, Fichte oder Pappel). Die einzelnen Furnierschichten können dabei unterschiedlich dick sein. Durch die Verleimung als Lagenholz soll ein Verziehen der Platte so weit wie möglich verhindert werden. Es soll also verhindert werden, dass die einzelnen Furnierschichten arbeiten können, weshalb sie durch die Verleimung „gesperrt“ werden, was diesem Holzwerkstoff den Namen Sperrholz eingebracht hat. Die Zahl der Lagen / Schichten ist beim Sperrholz immer ungerade: 3, 5, 7, 9,…

Platten aus Sperrholz zeichnen sich durch eine hohe Festigkeit, Formbeständigkeit und Maßhaltigkeit aus.

Im Möbelbau wird Furniersperrholz bereits seit den 1920ern genutzt. Es wird beispielsweise für die Fertigung von Schrank-Rückwänden oder Schubladenrahmen eingesetzt.

Was sind Tischlerplatten?

Tischlerplatten kennt man auch unter der Bezeichnung Stabsperrholz. Sie gehören zu den Verbundwerkstoffen und dienen unter anderem als Trägerplatten. Bei der Tischlerplatte handelt es sich um den ältesten industriell gefertigten Holzwerkstoff, der seit 1898 im Möbelbau genutzt wird. Ein Grund dafür bestand darin, dass die Wohnungen zunehmend mit Zentralheizungen beheizt wurden, wodurch die Räume trockener wurden, was bei den klassischen Massivholzmöbeln vermehrt zu Rissbildungen führte. Bis in die 1960er Jahre nahm die Tischlerplatte maßgeblichen Anteil an der Entwicklung des Möbelbaus. Dann wurde sie mehr und mehr durch die Spanplatte ersetzt.

Es gibt verschiedene Ausführungen bei den Tischlerplatten, die sich anhand der Mittellagen unterscheiden:

  • Mittellage aus bis zu 8 mm dicken, miteinander verleimten Stäbchen
  • Mittellage aus 24 mm bis 30 mm dicken, nicht miteinander verleimten Streifen
  • Mittellage aus 24 mm bis 30 mm dicken, miteinander verleimten Stäben

Quer zur Mittellage bzw. zum Kern der Tischlerplatte wird auf beiden Seiten ein Sperrfurnier aufgeleimt, wodurch verhindert werden soll, dass die Platte „arbeitet“ bzw. dass sich die Platte „verzieht“.

Da Tischlerplatten sehr stabil sind, werden sie als besonders hochwertige Trägerplatten unter anderem für selbsttragende Teile wie Korpus-Elemente oder Fachböden eingesetzt.

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Stefan Wabnik

Stefan Wabnik

Zertifizierter Bettenfachberater mit dem Schwerpunkt Betten und Schlafzimmermöbel in unserem Online-Shop „Betten.de“ und seit 2014 im Betten.de-Magazin als Autor tätig. Sie finden Ihn auch auf Google+.

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