Wie vermeide ich Elektrosmog und Strahlung im Schlafzimmer?

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Frau schläft mit SmartphoneDas Schlafzimmer – ein Ort der Ruhe und Regeneration. Hier wird gelesen, gekuschelt und ausgiebig entspannt. Wer sich spät am Abend genüsslich in die Federn streckt, möchte dann vor allem eines: gut schlafen.

Allzu oft wird die Qualität des Schlafes jedoch negativ beeinträchtigt. Das dabei sogar „unsichtbare“ Faktoren störend auf die Nachtruhe wirken, dürfte den wenigsten Menschen klar sein. Insbesondere der unausweichliche Elektrosmog steht als Schlafräuber zunehmend in der Kritik.


Ob auch Ihr Schlaf durch elektromagnetische Strahlung beeinträchtigt wird und was Sie gegen den unsichtbaren Angreifer tun können, erfahren Sie in diesem Artikel.


Strahlen im Schlafzimmer – esoterischer Quatsch oder wissenschaftlich belegt?

Lange Zeit hat man sich über elektrosensible Menschen lustig gemacht. Wer angab, von der dubiosen Strahlung um den Schlaf gebracht zu werden, wurde von Ärzten wie Mitmenschen gleichermaßen belächelt. Mittlerweile nehmen Wissenschaftler die Beschwerden ernst, so gibt es heute z. B. für gesamt Deutschland bereits eine Feldkarte, in der die Strahlungsstärke bundesweit gemessen und aufgezeichnet wird.

Dokumentiert ist, dass elektromagnetische Felder den Körper beeinflussen. Die Strahlen wirken nachweislich auf die Zellen ein. Ob dadurch regelrechte Krankheiten ausgelöst werden können, ist umstritten. Der Zusammenhang wird deshalb intensiv erforscht.
Die WHO schließt in einer Stellungnahme von 2013 zumindest nicht aus, dass gewisse Verursacher (wie etwa Hochspannungsleitungen) eine „möglicherweise krebserregende“ Strahlung verbreiten. Inwiefern sich das auf kleinere Spannungsfelder im Haushalt übertragen lässt, ist nicht eindeutig geklärt. (Quelle: Non-ionizing Radiation. Teil 2: Radiofrequency, Electromagnetic Fields. Lyon 2013, S. 419)

Ziemlich sicher ist hingegen, dass sensible Menschen sich von der Strahlung gestört fühlen können. Beschrieben werden in dem Zusammenhang Ein- und Durchschlafprobleme, Kopfschmerzen, Unwohlsein oder eine allgemeine Abgeschlagenheit. Auch ein geschwächtes Immunsystem und depressive Verstimmungen sollen durch elektromagnetische Felder begünstigt werden können.

Diese Geräte strahlen im Schlafzimmer besonders intensiv:

  • Fernseher (sogar im Standby-Modus)
  • Smartphone und Tablet
  • Radiowecker
  • Leselampe mit Halogen- oder Energiesparlampen
  • Wasserbett
  • Heizdecke
  • Babyfone

Strahlen, die von außen ins Schlafzimmer eindringen:

  • WLAN-Router
  • Schnurlos-Telefon (sog. DECT-Geräte)
  • Mobilfunk-Sendemasten
  • Hochspannungsleitungen

Was für eine Strahlung ist das genau?

Die messbaren Felder werden immer nur von elektrischen Geräten abgegeben. Man unterscheidet zwischen niederfrequenter elektrischer Strahlung, niederfrequenter magnetischer Strahlung und hochfrequenter elektromagnetischer Strahlung.

Menschen, die auf diese Strahlung reagieren, werden als „elektrosensibel“ beschrieben. Als Quelle der elektromagnetischen Felder gelten Mobilfunk- und Rundfunkstrahlen, die Strahlungen von DECT-Telefonen, WLAN, Bluetooth, Mikrowellenstrahlen und Radarstrahlen.

Faultier Finn untersucht mit LupeWussten Sie schon…?
Seit 1974 gibt es in Deutschland die Strahlenschutzkommission (SSK). Sie forscht seit Jahren zu den Auswirkungen von Mobilfunkstrahlen und sonstiger Störfelder. Die Kommission ist auch verantwortlich für die Festlegung und Einhaltung der derzeitigen Grenzwerte.

Wo ist die Strahlung am stärksten?

Magnetische, elektrische oder elektromagnetische Felder sind im Umkreis mehrerer Meter rund um das jeweilige Gerät zu messen – manchmal sogar darüber hinaus. Je näher man der Quelle kommt, desto größer ist die Belastung.

Nicht nur von den Geräten selbst geht eine stetige Spannung aus. Auch Kabel, Verlängerungsleitungen und versteckt liegende Stromleitungen in der Wand strahlen.

Welche gesundheitlichen Folgen hat die Strahlung?

Da jeder elektrosensible Mensch unterschiedlich auf elektromagnetische Strahlung reagiert, ist es schwierig, hier einheitliche Folgeerscheinungen aufzuführen. Ein Großteil der Betroffenen klagt jedoch über:

  • Kopfschmerzen
  • Verdauungsprobleme
  • Schlafstörungen
  • Kreislaufprobleme
  • hoher oder niedriger Blutdruck
  • Herzrhythmusstörungen
  • gestörter Stoffwechsel
  • Müdigkeit und Antriebslosigkeit
  • Schmerzen in Nerven und Gelenken
  • Verspannungen der Muskeln
  • geschwächtes Immunsystem

Einfache Maßnahmen, um die Belastung während der Nacht zu senken

Die bequemste und kostengünstigste Möglichkeit besteht zunächst einmal darin, alle elektrischen Geräte aus dem Schlafzimmer zu verbannen. Ist das nicht realisierbar, kann in der Nacht zumindest der Stecker gezogen werden.

Um sich vor etwaigen Stromkabeln in der Wand zu schützen, sollte das Bett rund zehn Zentimeter von der Wand abgerückt werden. Verlängerungskabel oder Stromkabel nicht ums Bett herum, sondern möglichst weit entfernt verlaufen lassen. Wo es umsetzbar ist, kann eine spezielle Steckerleiste mit einem Kippschalter zum Ein- und Ausschalten installiert werden.

Wer nicht auf den Einsatz einer Heizdecke verzichten möchte, sollte damit sein Bett vorab aufwärmen, dann die Decke aber vom Strom abziehen und aus dem Bett herausnehmen. Soll das Handy mit ins Schlafzimmer (weil man es beispielsweise als Wecker nutzt), so ist ein Platz möglichst weit entfernt vom Bett sinnvoll. Das Telefon nicht über Nacht im Zimmer aufladen.

Elektrosensible Menschen sollten ferner auf einen Bettaufbau ohne metallene Elemente vertrauen. Hilfreich sind Matratzen aus Kaltschaum, Latex oder Viscoseschaum. Auch beim Lattenrost und dem Bettgestell gibt es Modelle, die ohne Metall auskommen.

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Dazu passende Matratzen:


Im Kinderzimmer darauf achten, dass das Bettchen nicht in der Nähe einer Steckdose oder eines Lichtschalters aufgestellt wird. Wer ein Babyfone nutzen möchte, sollte dieses möglichst weit entfernt vom Kind platzieren. Gut ist ein Sender, der mit Batterie betrieben wird.

Faultier Finn untersucht mit LupeTipp:
Denken Sie im Übrigen an angrenzende Räume, denn elektrische Felder verbreiten sich durch Wände hindurch. Befindet sich hinter dem Schlafzimmer beispielsweise Ihr Arbeitszimmer, so ziehen Sie am Abend vorsorglich die Stecker von Computer, Drucker und sonstigen Geräten.

Ohne Elektrosmog schlafen – so geht’s

Wer befürchtet, sensibel auf die latente Strahlung zu reagieren, und deshalb sein Schlafzimmer von Elektrosmog befreien möchte, sollte sich für die Umstellung etwas Zeit geben. Man geht nämlich davon aus, dass die Strahlen eine gewisse Nachwirkung haben. Umweltmediziner empfehlen ein Zeitfenster von mindestens 14 Tagen.

Faultier Finn untersucht mit Lupe Entrümpeln
Das Vorhaben eignet sich prima, um es im Urlaub durchzuführen. Entfernen Sie zu Beginn alle elektrischen Geräte aus dem Schlafzimmer – auch wenn Sie Einbußen im Komfort befürchten.
Behelfen Sie sich mit Kerzen und einer Taschenlampe (statt Nachttischlampe), einem Radiowecker mit Batterie und guten Büchern. TV-Gerät, Handy, Ladestation, Tablet oder Heizdecke werden aussortiert.

Abschalten
Ziehen Sie am Abend den Stecker von Router und Telefon. Achten Sie darauf, dass die Geräte sicher ausgeschaltet sind. Kontrollieren Sie Bluetooth- oder WIFI-Verbindungen.

Sicherung raus
Alternativ können Sie auch in einem großen Rundumschlag alle Sicherungen herausnehmen (bis auf die der Küche und des Badezimmers). Dann ist der Stromkreis im Schlafzimmer und den anliegenden Räumen definitiv unterbrochen.

Beobachtungszeitraum
Notieren Sie für die nächsten zwei Wochen Ihre ungefähre Einschlaf- sowie die Aufwachzeit. Halten Sie am Morgen fest, wie Sie geschlafen haben und sich beim Aufwachen fühlen. Unabhängig von der Schlafqualität beobachten Sie über den Tag hinweg, ob und wie sich Ihre Energiekurve verhält.

Fazit ziehen
Nach rund zwei Wochen können Sie feststellen, ob Schlaflänge, Schlafqualität und das Befinden bei Tage sich optimiert haben. Bemerken Sie eine positive Veränderung, sollten Sie darüber nachdenken, das Projekt zu verlängern. Die meisten Menschen empfinden es als angenehm, ohne Elektrosmog zu schlafen.

Das hilft besonders sensiblen Menschen

Wer festgestellt hat, dass die Strahlen ihn tatsächlich belasten, möchte sich meist grundlegend dagegen schützen. Um in der Nacht von jeglichen magnetischen, elektrischen oder elektromagnetischen Feldern verschont zu bleiben, bieten sich spezielle Textilien an. Sie werden, ähnlich wie ein Moskitonetz, über der Matratze aufgehängt und schirmen das Bett zu allen Seiten ab (sog. faradayscher Käfig).
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Besonders leicht gelingt diese Installation mit einem klassischen Himmelbett. In dem Fall müssen die vorhandenen Vorhänge schlicht und einfach mit den Spezialtextilien ausgetauscht werden. Schon lässt es sich unter dem Baldachin nahezu strahlungsfrei nächtigen.

Strahlenschutz zum Nachrüsten

Noch besser ist es naturgemäß, die Strahlung in allen Wohnräumen zu minimieren. Wer eine umfangreiche Sanierung seiner Räume vornimmt, kann durch eine moderne Umrüstung somit für noch mehr Schutz sorgen. Dazu wird in den Sicherungskasten ein sogenannter „Netzfreischalter“ eingebaut. Wird kein Strom angefordert, unterbricht der Schalter selbstständig den Stromkreis und fährt den Verbrauch auf ein Minimum herunter. Wird ein elektrisches Gerät angeschaltet, führt die Einrichtung die benötigte Energie sofort wieder zu.

Noch nachhaltiger lässt sich der Strahlenschutz im Neubau realisieren. Hier sollten konsequenterweise sogenannte „geschirmte“ Kabel verbaut werden. Sie sind zwar etwas teurer, verhindern die Entstehung von elektrischen Feldern allerdings von sich aus. Durch eine ausgeklügelte Kabelführung (sternförmig) wird die Belastung zusätzlich gesenkt.

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Ulrich Carsten

Ulrich Carsten

Zertifizierter Bettenfachberater mit dem Schwerpunkt Matratzen in unserem Online-Shop "Betten.de" und seit 2011 Chef-Redakteur im Betten.de-Magazin. Sie finden Ihn auch auf Google+.

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