Schlafen mit offenen Augen: Wann es passiert und was hilft

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Schlafen mit offenen Augen

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Haben Sie sich schon einmal gefragt, ob es möglich ist, mit offenen Augen zu schlafen? Sicher ist: Kinder und Babys tun es, Hunde und Katzen ebenso. Doch passiert das auch im Erwachsenenalter? Und wenn ja, ist es gefährlich?

Im folgenden Artikel stellen wir Ihnen mögliche Ursachen für einen Schlaf mit offenen Augen vor. Außerdem erhalten Sie nützliche Tipps und Tricks, was Sie dagegen tun können.

Warum schlafen manche Menschen mit offenen Augen?

Grundsätzlich ist das menschliche Auge nicht dafür geschaffen, in der Nacht geöffnet zu bleiben. Bereits am Tag klappen die Lider rund alle fünf Sekunden nach unten und decken den Augapfel schützend ab. In der Nacht sollten die Augenlider dann gänzlich geschlossen bleiben. Die Dunkelheit ist wichtig, damit sich Gehirn und Organismus entspannen und friedlich schlafen können. Trotzdem kann es vorkommen, dass die Augen sich unbeabsichtigt öffnen.


Allgemeine Ursachen, die zu einem unzureichenden Lidschluss führen

Stress

Ist das vegetative Nervensystem überreizt, findet die betroffene Person selbst im Schlaf keine Entspannung. Insbesondere in der REM-Phase kann es dann passieren, dass die Augen sich leicht öffnen und längere Zeit geöffnet bleiben.

Lagophthalmus

Sind bestimmte Gesichtsnerven verletzt, vernarbt oder erkrankt, ist der Lidschluss nicht mehr möglich. Der Patient kann kaum mehr blinzeln und schläft auch in der Nacht mit offenen Augen. Ursächlich könnte eine Operation am Gesichtsnerv oder am jeweiligen Augenmuskel sein.

Halbhirnschlaf

Bestimmte Tierarten (z.B. Vögel, Wale, Delfine) beherrschen diese besondere Technik. Dabei schlummert nur eine Gehirnhälfte, während die andere wachsam bleibt. Dementsprechend verschließt sich auch nur ein Auge, wohingegen das zweite offen und aktiv ist.

Unzureichender Tiefschlaf

Babys und Kleinkinder erreichen nicht immer die Phase des Tiefschlafs. Oft dösen sie mit offenen Augen und verdrehen dabei die Augäpfel. Dieser Zustand hält meist nicht lange an und ist ungefährlich.

Wachkoma

Beim apallischen Syndrom sind Hirn oder Rückenmark so stark verletzt, dass eine massive neurologische Schädigung vorliegt. Auch dann ist es dem Patienten nicht mehr möglich, die Augen willkürlich zu bewegen oder zu verschließen.

Schlafparalyse

Dass die Muskeln während des Schlafs passiv und entspannt sind, ist normal. Wacht der Betroffene jedoch auf und hält die Lähmung gleichwohl an, ist dies mehr als beängstigend. Im Verlauf einer Schlafparalyse können die Augen geöffnet sein, so dass der Mensch sich selbst bewegungsunfähig im Bett liegen sieht.

Daran erkennt man, ob man unter dem Problem im Schlaf leiden könnte:

  • Am nächsten Morgen brennen oder jucken die Augen und sind gerötet.
  • Der Augenarzt stellt feine Abschürfungen auf der Hornhaut fest.
  • Die Augen sind tagsüber trocken und gereizt.
  • Umgekehrt kann es zu einem vermehrten Tränenfluss kommen.
  • Die Augäpfel fühlen sich kalt oder warm an.

Was kann man gegen offene Augen in der Nacht tun?

Erfahrungsgemäß wird man von anderen Familienmitgliedern darauf aufmerksam gemacht, dass man mit offenen oder leicht geöffneten Augen geschlafen hat. Dann ist es wichtig, nachzuvollziehen, ob dieser Zustand häufiger vorkommt oder eine Ausnahme war. Meist stecken Stress und eine anhaltende körperliche Anspannung hinter dem Syndrom.

Diese Tipps helfen

Schlafmaske:

Schlafmaske

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Eine weiche Schlafbrille schirmt die Augenpartie ab und sorgt für durchgehende Dunkelheit. Manche Modelle haben eingebaute Flügel oder Polster, die direkt über die Augäpfel gestülpt werden können. Der leichte Druck hält die Lider im Schlaf geschlossen.

Wärmemaske:
Um die Augenmuskulatur vor dem Schlafen zu lockern und zu entspannen, könnte eine warme Augenmaske aufgesetzt werden. Die gelartige Masse schmiegt sich sanft an, fördert die Durchblutung und entspannt die Ringmuskeln oberhalb der Wangenknochen.

Lid-Massage
Eine regelmäßige Lid-Massage kann dabei helfen, Verspannungen der Gesichtsmuskulatur zu lindern. Dazu zunächst für rund eine Minute die Handballen gegen die geschlossenen Lider drücken. Anschließend die Augenhöhle vorsichtig massieren. Nützlich könnte auch der Einsatz einer sog. Augenlid-Massagehilfe sein.

Uhrglasverband
Das Anlegen eines medizinischen Pflasters ist nur dann nötig, wenn der Lidverschluss eine krankhafte Ursache hat. In dem Fall muss das offene Auge in der Nacht vor Verletzungen geschützt werden.

Lidloading
Bei der chirurgischen Oberlidbehandlung werden feine Gewichte in die Lider implantiert (meist Gold- oder Bleiblättchen). Sie unterstützen den Lidverschluss.

Augenkissen
Das ayurvedische Augensäckchen ist mit einem feinen Granulat gefüllt und wird länglich über die Augenpartie gelegt. Es vermittelt eine gewisse Schwere. Das Säckchen ist ideal, um beim Nickerchen auf der Couch oder im Garten für einen angenehmen Lidschluss zu sorgen.

Botox

Botox

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Sind wiederkehrende Muskelkrämpfe oder massive Muskelverspannungen ursächlich, könnten Injektionen mit Botulinumtoxin eine gewisse Beruhigung herbeiführen. Der Wirkstoff sorgt für eine punktuelle Muskelrelaxation. Der Eingriff darf nur von einem versierten Mediziner durchgeführt werden, weil Folgeschäden möglich sind.

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Ulrich Carsten

Ulrich Carsten

Zertifizierter Bettenfachberater mit dem Schwerpunkt Matratzen in unserem Online-Shop Betten.de und seit 2011 Chef-Redakteur im Betten.de-Schlafmagazin.

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