Schlafprobleme bei Babys und Kindern – Wenn Kinder nicht schlafen wollen…

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Einschlaf- und Durchschlafprobleme ihrer Kinder bringen Eltern häufig an den Rand der Verzweiflung. Die Ursachen für die Schlafprobleme der Sprösslinge können ganz verschieden sein. Bis zu einem Alter von 5 Jahren ist es allerdings ganz normal, dass Kinder nachts ab und an aufwachen. Mit einigen einfachen Tipps lassen sich die Nächte jedoch durchaus erholsamer gestalten.

Schläft Ihr Baby schon durch?

Mutter mit BabyDiese Frage bekommen frischgebackene Eltern oft gestellt. Vor allem für die Mutter kann dies schnell zu einer Messlatte ihrer Mutterfähigkeiten werden: Wenn mein Baby nicht ab dem ersten Lebensmonat durchschläft, habe ich etwas falsch gemacht … Zu Ihrer Beruhigung: Es ist ganz normal, dass Babys nicht durchschlafen. Der Hauptgrund liegt im viel kürzeren Schlafzyklus und dem sehr leichten Traumschlaf. Während bei Erwachsenen ein Schlafzyklus ca. 90 Minuten dauert und sich nahtlos an den nächsten anschließt, wachen Babys anfangs ca. alle 60 Minuten auf. Sie haben noch nicht gelernt, nach der leichten Traumphase am Ende eines Schlafzyklus einfach weiterzuschlafen. Ihr Gehirn muss zudem noch die Unterscheidung von Tag und Nacht lernen, daher haben Säuglinge in den ersten Tagen ihres Lebens meist einen umgedrehten Tag-Nacht-Rhythmus.

Ein weiterer Grund für ein häufiges Aufwachen kann natürlich auch Hunger sein. Wird ein Baby nach Bedarf gestillt, fühlt es sich nicht genötigt, tagsüber für die Nacht „vorzusorgen“. Versuchen Sie Ihr Baby bis zu einem Alter von ca. 6 Monaten daran zu gewöhnen, tagsüber mehr zu trinken, und verzichten Sie nachts möglichst auf Stillen oder Fläschchen.

Mutter mit BabyManche Babys vermissen nachts die Körpernähe der Mutter. Hier kann ein Beistellbettchen Abhilfe schaffen, das direkt am Bett der Mutter angebracht wird. So kann das Baby nachts ganz nah bei Mama sein und fühlt sich sicher und geborgen. Ein kleiner Tipp am Rande: Babys, die tagsüber sehr viel Körpernähe durch Herumtragen und Kuscheln erfahren, können nachts besser alleine sein.

Manche Babys schlafen tagsüber auch zu viel und sind dann nachts nicht mehr müde genug, um durchzuschlafen. Ab einem halben Jahr sollten Babys tagsüber nicht mehr als zwei Nickerchen machen. Jedes Kind hat allerdings ein anderes Schlafbedürfnis und sollte nicht zwanghaft in ein bestimmtes Schlafsystem gepresst werden.

Ganz natürlich sind immer wieder Zeiten, in denen Ihr Baby, das vielleicht schon durchschlafen konnte, nachts mehrfach aufwacht. Meist melden sich dann die Zähne, es wächst gerade besonders schnell oder ein neuer Entwicklungsschritt steht bevor. Versuchen Sie solchen Zeiten mit Geduld zu begegnen und halten Sie sich vor Augen, dass das eine vorübergehende Phase ist und es bald wieder besser wird.

Kinder zwischen 2 und 5 Jahren – Schlafstörung oder nicht?

Zu Ihrer Beruhigung: Kinderärzte sprechen erst von einer Schlafstörung, wenn ein dreijähriges Kind an fünf Tagen der Woche mehr als dreimal pro Nacht aufwacht oder es mehrmals pro Nacht länger als 20 Minuten wach ist. Selbst fünfjährige Kinder wachen noch gelegentlich nachts auf. (Wir Erwachsenen tun das schließlich auch ab und zu.)

Kinder zwischen 2 und 5 Jahren wachen nachts aus den unterschiedlichsten Gründen auf. Manchmal wollen sie nur kurz wissen, ob noch alles in Ordnung ist und Mama noch da ist. Ab und an kann sie auch mal ein Albtraum quälen. Im Traum verarbeiten sie dann aufregende Erlebnisse und für sie beängstigende Situationen des Tages.

In diesem Alter ist allerdings oft weniger das Durch- als das Einschlafen an sich ein Problem. Fällt es Ihrem Kind schwer, zur Ruhe zu kommen, kann ein festes Einschlafritual helfen. Hier haben sich die Gute-Nacht-Geschichte oder ein Einschlaflied bewährt. Wichtig ist auch, Ihr Kind vor dem Schlafengehen nicht mit zu vielen Reizen zu überfluten. Toben vor dem Zubettgehen sollte vermieden werden, genauso wie zu aufregendes Fernsehen. Empfehlenswert sind zudem feste Einschlafzeiten, so gewöhnt sich auch der Körperrhythmus Ihres Kindes an die Ruhephasen. Gegen die Angst vor dem Alleinsein können ein Kuscheltier sowie ein Nachtlicht oder die Tür, die einen Spalt geöffnet bleibt, helfen.

bunt befleckte KinderbettwäscheDamit das Bett an sich ein positiv behafteter Ort bleibt, sollten Sie Ihr Kind tagsüber nie zur Strafe ins Bett schicken, sonst empfindet es auch das abendliche Zubettgehen als Bestrafung. Um das Bett noch attraktiver zu machen, kann auch eine kindgerechte Bettwäsche helfen, die Ihrem Kind besonders gut gefällt.

Eilen Sie nicht gleich beim ersten Laut zu Ihrem Sprössling. Dann kann Ihr Kind lernen, selbst wieder in den Schlaf zu finden. Allerdings sollten Sie es auch nicht allzu lange schreien lassen, denn dann fühlt es sich in seiner Einschlafnot alleingelassen. Wenn Sie zu Ihrem Kind gehen, dann lassen Sie das Deckenlicht aus und beruhigen Sie es möglichst leise im Halbdunkeln (Licht vom Flur oder Nachtlicht), um den Schlafrhythmus nicht völlig zu unterbrechen.

Auch größere Kinder haben Schlafprobleme

Auch Kindern im Schulalter kann es gelegentlich schwerfallen, ein- oder durchzuschlafen. Hier sind dann allerdings meist Probleme im Familien- oder Freundeskreis oder Stress in der Schule die Ursache. Natürlich kann auch die Vorfreude auf den Urlaub oder den bevorstehenden Geburtstag das Einschlafen verhindern.

Hier hilft es Ihrem Kind am meisten, wenn Sie tagsüber das Gespräch mit ihm suchen und sich interessiert an seinem Leben beteiligen. Wenn Sie eine liebevolle Beziehung zu ihm pflegen, dann kann es sich öffnen und sich die Sorgen von der Seele reden – egal ob es der Streit mit dem besten Freund oder Versagensängste in der Schule sind. Wenn Ihr Kind sich geborgen und verstanden weiß, kann es auch ruhig schlafen.

Unterstützen Sie Ihr Kind beim Schlafenlernen

Nur etwa 20 Prozent aller Kinder haben tatsächlich Schlafstörungen, wovon aber die wenigsten medizinisch behandelt werden müssen. Bringen Sie Ihrem Kind bei dessen Schlafproblemen viel Verständnis und Geduld entgegen. Seien Sie aber auch konsequent, was Schlafzeiten oder beispielsweise nächtliches Trinken angeht. Klären Sie ab, ob Angst oder eher ein Machtkampf zwischen Ihnen und Ihrem Kind hinter den Schlafproblemen steckt. Finden Sie den tatsächlichen Schlafbedarf Ihres Kindes heraus. Meistens brauchen Kinder weit weniger Schlaf, als Eltern glauben. Während Säuglinge noch bis zu 18 Stunden am Tag schlafen, reichen einem Zehnjährigen oft schon 9 Stunden Schlaf. Lassen Sie sich in Sachen Durchschlafen nicht zu viel Druck von außen machen, sondern finden Sie einen Schlafrhythmus, mit dem es Ihnen und Ihrem Kind gut geht.

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Ulrich Carsten

Ulrich Carsten

Zertifizierter Bettenfachberater mit dem Schwerpunkt Matratzen in unserem Online-Shop "Betten.de" und seit 2011 Chef-Redakteur im Betten.de-Magazin. Sie finden Ihn auch auf .

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