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Mit Stroh werden getrocknete Halme von Getreide, Faserpflanzen, Ölpflanzen oder Hülsenfrüchten bezeichnet, welche aus Zellulose, Lignin und Kieselerde bestehen.
Stroh wird seit Langem in vielen verschiedenen Bereichen genutzt. Es entsteht regelmäßig bei der Getreideernte und zählt zu den nachwachsenden Rohstoffen, die je nach Getreideart und Anbauzyklus jährlich verfügbar sein können.
Weitere positive Eigenschaften von Stroh sind die gute Feuchtigkeitsregulierung und die Atmungsaktivität. Zusätzlich liegt Stroh mit einer spezifischen Wärmespeicherkapazität von 2.000 Joule pro Kilogramm und Kelvin im Vergleich zu anderen Naturdämmstoffen im oberen Bereich.
Die Verwendung von Stroh ist vielseitig, so wird der schon seit Jahrhunderten genutzte Rohstoff sowohl zu Hüten, Matten und Körbe verarbeitet als auch für Pferde und Schafe als wärmende Einstreu verwendet. Aber auch im Bau spielt Stroh eine bedeutende Rolle: Es kann als Brennmaterial, Dämmstoff, Baustoff oder als Eindeckung für Dächer dienen.
Früher war sich die Menschheit über die hervorragende feuchtigkeits- und wärmeausgleichende Wirkung bewusst, weshalb Stroh vermehrt als Matratzenfüllung beziehungsweise als Schlafunterlage genutzt wurde. Mit der Zeit wurde Stroh jedoch von anderen Materialien ersetzt oder aber mit anderen Materialen verarbeitet, sodass wir heute in vielen Naturmatratzen Stroh in latexierter Form, also in Flüssigkautschuk getränkt oder zwischen zwei Latexschichten eingebettet, vorfinden.
Für Naturmatratzen aus Kautschuk und Stroh, wird das Stroh zunächst mit einem speziellen Hochdruckreiniger gereinigt, um Staub und andere Verunreinigungen zu entfernen. Meist wird hierfür Roggenstroh verwendet, da dieses als besonders rottungsbeständig und feuchtigkeitsregulierend gilt. Nach der Reinigung wird der Rohstoff gepresst und anschließend in eine Schicht aus Naturlatex eingebettet, so entsteht ein mittelfester, elastischer Matratzenkern. Aufgrund der Schichtung sind solche Naturmatratzen auch unter dem Namen Sandwichmatratze bekannt.