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{"id":44766,"date":"2022-05-05T06:34:03","date_gmt":"2022-05-05T04:34:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.betten.de\/magazin\/?p=44766"},"modified":"2025-11-27T13:22:43","modified_gmt":"2025-11-27T12:22:43","slug":"parkinson-und-schlaf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.betten.de\/magazin\/parkinson-und-schlaf.html","title":{"rendered":"Parkinson und Schlaf"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"\/magazin\/wp-content\/uploads\/parkinson-und-schlaf-300x200.jpg\" alt=\"Parkinson und Schlaf: Wie wirkt sich Morbus Parkinson auf den Schlaf aus?\" width=\"300\" height=\"200\" class=\"alignright size-medium wp-image-44789\" srcset=\"https:\/\/www.betten.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/parkinson-und-schlaf-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.betten.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/parkinson-und-schlaf-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/www.betten.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/parkinson-und-schlaf-150x100.jpg 150w, https:\/\/www.betten.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/parkinson-und-schlaf-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.betten.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/parkinson-und-schlaf-441x294.jpg 441w, https:\/\/www.betten.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/parkinson-und-schlaf.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>In diesem Artikel des Schlafmagazins befassen wir uns einmal mehr mit einer schwerwiegenden Erkrankung, die meist nicht ohne Auswirkungen auf den Schlaf bzw. die Schlafqualit\u00e4t bleibt: Parkinson<\/p>\n<p>Erfahren Sie unter anderem, was Parkinson \u00fcberhaupt ist, welche Behandlungsm\u00f6glichkeiten es gibt und welche Effekte die Krankheit konkret auf den Schlaf hat.<\/p>\n<div class=\"clearboth\"><\/div>\n<div id=\"inhaltsverzeichnis-fullw\" style=\"margin-top:50px;\">\n<div class=\"summary\">Inhaltsverzeichnis:<\/div>\n<ul>\n<li><a href=\"#was-ist-parkinson\">Was ist Parkinson?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#symptome-parkinson\">Welche Symptome hat Parkinson?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#ursachen-parkinson\">Was verursacht Parkinson?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#diagnose-parkinson\">Wie wird Parkinson diagnostiziert?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#behandlung-therapie-parkinson\">Wie wird Parkinson behandelt?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#verlauf-parkinson\">Wie verl\u00e4uft Parkinson?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#parkinson-schlaf\">Wie wirkt sich Parkinson auf den Schlaf aus?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#parkinson-schlafstoerungen\">Warum kann Parkinson zu Schlafst\u00f6rungen f\u00fchren?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#schlafstoerungen-parkinson-was-tun\">Was kann man gegen Schlafst\u00f6rungen, die durch Parkinson verursacht werden, tun?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#videos-parkinson-schlaf\">Videos: Parkinson und Schlaf<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<div class=\"clearboth\"><\/div>\n<p><a name=\"was-ist-parkinson\"><\/a> <\/p>\n<h2>Was ist Parkinson?<\/h2>\n<p>Bei Parkinson bzw. Morbus Parkinson handelt es sich um eine der h\u00e4ufigsten Erkrankungen des Nervensystems. Zu den auff\u00e4lligsten Kennzeichen des Parkinson-Syndroms geh\u00f6ren zitternde H\u00e4nde, versteifte Glieder und extrem verlangsamte Bewegungen, weshalb die Krankheit fr\u00fcher auch als Sch\u00fcttell\u00e4hmung bezeichnet wurde.<\/p>\n<p>Parkinson hat allerdings nichts mit einer L\u00e4hmung zu tun, da es den Erkrankten nicht an Muskelkraft mangelt. Sie sind vielmehr nicht in der Lage, ihre Muskeln zu aktivieren und somit Bewegungen zu initiieren. Urs\u00e4chlich daf\u00fcr sind Signalst\u00f6rungen innerhalb des Gehirns, welche auf einen <a href=\"https:\/\/www.meduniwien.ac.at\/web\/ueber-uns\/news\/detailseite\/2016\/news-im-august-2016\/dopamin-weit-mehr-als-nur-der-botenstoff-des-gluecks\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Dopamin-Mangel<\/a> zur\u00fcckzuf\u00fchren sind.<\/p>\n<p>Die Erkrankung wurde erstmalig im Jahr 1817 durch den aus England stammenden Chirurgen James Parkinson beschrieben, der entsprechend auch namensgebend daf\u00fcr ist.<\/p>\n<p>In Deutschland sind bis zu 400.000 Menschen von Parkinson betroffen.<\/p>\n<p>Die Wahrscheinlichkeit an Parkinson zu erkranken, steigt mit zunehmendem Lebensalter. So erh\u00e4lt nur etwa jeder zehnte Parkinson-Patient die Diagnose vor seinem 50. Lebensjahr.<\/p>\n<p>F\u00fcr Parkinson gibt es bislang kein Heilmittel. Bei Betroffenen schreitet die chronische Krankheit entsprechend immer weiter voran, wodurch die Beweglichkeit mehr und mehr abnimmt.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Video: Parkinson &#8211; Krankheit ohne Ursache | Biologie &#8211; simpleclub<\/strong><\/p>\n<div class=\"responsive-video\">\n<iframe loading=\"lazy\" width=\"980\" height=\"560\" src=\"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/lZHdmOZfjFI\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div>\n<hr \/>\n<p><a name=\"symptome-parkinson\"><\/a> <\/p>\n<h2>Welche Symptome hat Parkinson?<\/h2>\n<p>Meist entwickelt sich Morbus Parkinson eher schleichend. So treten zu Anfang oft lediglich leichte Symptome wie eine Schultersteife auf einer K\u00f6rperseite, eine im Ausdruck reduzierte Mimik oder eine kleinere Schrift.<\/p>\n<p>H\u00e4ufig sind als Erstes Nervenzellen innerhalb der Nase oder des Darmes betroffen, weshalb auch ein nachlassender Geruchssinn oder Darmproblematiken wie Verstopfungen Anzeichen f\u00fcr die Bewegungsbeeintr\u00e4chtigung sein k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Zu den auff\u00e4lligsten Symptomen von Parkinson geh\u00f6ren St\u00f6rungen der Beweglichkeit wie z.B. das Zittern (Tremor). In der Regel ist dieses Zittern zun\u00e4chst nur an einer Hand und in erster Linie im Ruhezustand zu beobachten. Dar\u00fcber hinaus wird oft auch die Feinmotorik der H\u00e4nde beeintr\u00e4chtigt. So haben Erkrankte dann beispielsweise Probleme mit dem Schlie\u00dfen von Kn\u00f6pfen oder auch mit der Bedienung einer Computermaus.<\/p>\n<p>Mit dem Fortschreiten der Parkinson-Krankheit setzt eine Bewegungsverarmung ein, im Zuge derer sich der Kranke immer langsamer bewegt. Im sp\u00e4teren Stadium treten oft Haltungsst\u00f6rungen auf, was dazu f\u00fchrt, dass Betroffene oft vorn\u00fcbergebeugt laufen und z.B. aufgrund der zunehmenden Muskelversteifung dauerhaft einen Arm anwinkeln.<\/p>\n<p>Gelegentlich haben Parkinsonkranke auch Probleme mit dem Halten des Gleichgewichts, wodurch das Risiko f\u00fcr St\u00fcrze steigt.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a name=\"ursachen-parkinson\"><\/a> <\/p>\n<h2>Was verursacht Parkinson?<\/h2>\n<p>Bei der Parkinsonkrankheit kommt es zu einer Ansammlung von Proteinpartikeln in den Nervenzellen. Im Laufe der Zeit kommt es zu einer Verklumpung der Partikel, wodurch der Stoffwechsel der Nervenzelle lahm gelegt wird. In der Folge stirbt die Zelle schlie\u00dflich ab. Die krankheitsverursachenden Proteine wandern von Zelle zu Zelle und zerst\u00f6ren so immer mehr davon.<\/p>\n<p>Die mit Parkinson in Verbindung stehenden Hauptsymptome lassen sich auf einen Defekt im Gehirn zur\u00fcckf\u00fchren. &#8211; Im Mittelhirn kommt es in einer Zellregion, die man <a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/lexikon\/neurowissenschaft\/substantia-nigra\/12484\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Substantia nigra<\/a> nennt, zum langsamen Absterben der Dopamin produzierenden Nervenzellen.<\/p>\n<div class=\"infokasten\" style=\"background: #FFF8E4;\"><a name=\"info\"><\/a><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"\/magazin\/wp-content\/uploads\/faultier-info-120x150.png\" alt=\"\" width=\"120\" height=\"150\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-33849\" srcset=\"https:\/\/www.betten.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/faultier-info-120x150.png 120w, https:\/\/www.betten.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/faultier-info-239x300.png 239w, https:\/\/www.betten.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/faultier-info-441x553.png 441w, https:\/\/www.betten.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/faultier-info.png 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 120px) 100vw, 120px\" \/><\/p>\n<p style=\"clear: left;\">Dopamin ist ein Hormon \/ Botenstoff, der f\u00fcr die Kommunikation zwischen den Nervenzellen erforderlich ist.<\/p>\n<p><em>Mehr zum Dopamin im Schlafmagazin:<\/em><br \/>\n<a href=\"\/magazin\/hormone-und-schlaf.html#wirkung-dopamin\">Hormone und Schlaf &#8211; Dopamin<\/a><\/p>\n<div class=\"clearboth\"><\/div>\n<\/div>\n<p>Das Absterben der Dopamin produzierenden Nervenzellen im Hirn und der damit verbundene Dopamin-Mangel f\u00fchrt zu einer St\u00f6rung der Signal\u00fcbertragung in den <a href=\"https:\/\/www.netdoktor.de\/anatomie\/gehirn\/basalganglien\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Basalganglien<\/a>. Dieses Gehirnareal ist von gro\u00dfer Wichtigkeit f\u00fcr die Bewegungskontrolle. &#8211; Weil die Signale nicht mehr fehlerfrei von einer Zelle zur n\u00e4chsten Zelle \u00fcbertragen werden k\u00f6nnen, kommt es in der Folge zum Ausfall bestimmter K\u00f6rperfunktionen.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a name=\"diagnose-parkinson\"><\/a> <\/p>\n<h2>Wie wird Parkinson diagnostiziert?<\/h2>\n<p>Liegen die drei Hauptsymptome \u2013 Zittern, Muskelsteifigkeit, Verarmung der Bewegung \u2013 vor, ist dieses f\u00fcr den untersuchenden Mediziner schon ein relativ eindeutiger Hinweis auf das Vorliegen des Parkinson-Syndroms.<\/p>\n<p>Um den Erstverdacht Parkinson weiter zu belegen und andere Ausl\u00f6ser der Beschwerden auszuschlie\u00dfen, k\u00f6nnen weitere Untersuchungen wie beispielsweise eine MRT (Magnetresonanztomografie) oder eine CT (Computertomografie) durchgef\u00fchrt werden.<\/p>\n<div class=\"infokasten\" style=\"background: #adddcf;\">\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"\/magazin\/wp-content\/uploads\/faultier-info-120x150.png\" alt=\"\" width=\"120\" height=\"150\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-30599\" srcset=\"https:\/\/www.betten.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/faultier-info-120x150.png 120w, https:\/\/www.betten.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/faultier-info-239x300.png 239w, https:\/\/www.betten.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/faultier-info-441x553.png 441w, https:\/\/www.betten.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/faultier-info.png 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 120px) 100vw, 120px\" \/><strong>Sekund\u00e4rer Parkinsonismus<\/strong><\/p>\n<p style=\"clear: left;\">Von sekund\u00e4rem Parkinsonismus ist die Rede, wenn eine Person zwar die f\u00fcr Parkinson typischen Symptome \u2013 Zittern, Steifheit, Verlangsamung der Bewegungen \u2013 aufweist, aber nachweislich nicht an Parkinson erkrankt ist.<\/p>\n<p>Die Ursachen f\u00fcr sekund\u00e4ren Parkinsonismus k\u00f6nnen ganz unterschiedlich gelagert sein. So kann sekund\u00e4rer Parkinsonismus durch einen Schlaganfall, eine Hirnhautentz\u00fcndung, die Einnahme von bestimmten Arzneimitteln gegen \u00dcbelkeit oder auch der alzheimer\u00e4hnlichen Lewy-K\u00f6rper-Demenz hervorgerufen werden.<\/p>\n<p>Die Unterscheidung zwischen einer prim\u00e4ren Parkinson-Erkrankung und sekund\u00e4rem Parkinsonismus ist meist schwer. Und die Behandlungsmethoden f\u00fcr den sekund\u00e4ren Parkinsonismus sind weniger erfolgversprechend als die von Morbus Parkinson.<\/p>\n<div class=\"clearboth\"><\/div>\n<\/div>\n<p>Parkinson l\u00e4sst sich dar\u00fcber hinaus durch eine spezielle nuklearmedizinische Untersuchung des Gehirns \u2013 eine Hirn-Szintigrafie (auch: DaTSCAN\u00ae oder FP-CIT) \u2013 nachweisen. Die Dopamintransporter Hirn-Szintigrafie erm\u00f6glicht es den \u00c4rzten, die Stoffwechselvorg\u00e4nge im Gehirn nachzuvollziehen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Durchf\u00fchrung der Dopamintransporter Hirn-Szintigrafie wird dem Patienten eine schwach radioaktiv markierte Substanz verabreicht, welche sich in den dopaminsensiblen Nervenverbindung des Gehirns ablagert. Mithilfe der Radioaktivit\u00e4t l\u00e4sst sich der Weg der Substanz im Organismus nachvollziehen. Die Orte, wo sich die Substanz im Gehirn anreichert, lassen sich bildlich darstellen. Dabei gilt, je mehr der Substanz in den Nervenverbindungen erkennbar ist, desto besser funktionieren diese. Im Umkehrschluss bedeutet dieses, je weniger der Substanz in den Nervenverbindungen erkennbar ist, desto gr\u00f6\u00dfer sind die Sch\u00e4digungen im Gehirn, was f\u00fcr das Vorliegen einer Parkinson-Erkrankung spricht, aber auch ein Indiz f\u00fcr bestimmte Formen der <a href=\"\/magazin\/demenz-und-schlaf-hintergruende-infos-und-tipps-fuer-pflegende-angehoerige.html\">Demenz<\/a> sein kann.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a name=\"behandlung-therapie-parkinson\"><\/a> <\/p>\n<h2>Wie wird Parkinson behandelt?<\/h2>\n<p>Parkinson ist eine chronisch fortschreitende Krankheit, f\u00fcr die es zum aktuellen Zeitpunkt keine Heilung gibt. Man geht aber sehr stark davon aus, dass man durch intensives k\u00f6rperliches Training sowie einen aktiven Lebensstil positiven Einfluss auf das Krankheitsgeschehen von Morbus Parkinson nehmen kann.<\/p>\n<h3>Weitere Behandlungsoptionen des Parkinson-Syndroms:<\/h3>\n<ul>\n<li>Medikamente zur Behandlung von Parkinson<\/li>\n<li>Operation zur Behandlung von Parkinson<\/li>\n<li>Multimodale Komplexbehandlung von Parkinson<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Medikamente zur Behandlung von Parkinson<\/strong><\/p>\n<p>Der Zerst\u00f6rung der Nervenzellen durch die Proteine bei Parkinson kann man aktuell noch nicht durch die Einnahme von Medikamenten entgegenwirken. In der Medizin wird aber sehr stark daran geforscht, Wirkstoffe zu finden, die den Untergang der Nervenzellen beim Parkinson-Syndrom stoppen.<\/p>\n<p>Momentan erfolgt die medikament\u00f6se Therapie von Parkinson entsprechend lediglich zur Symptomlinderung. Dabei setzt man in erster Linie auf den Ersatz des fehlenden Dopamins. Werden Parkinsonpatienten von au\u00dfen Dopamin-Ersatzstoffe wie z.B. Mittel mit dem Wirkstoff Levodopa (kurz: L-Dopa) verabreicht, kommt es h\u00e4ufig zu einer schlagartigen Verbesserung der Krankheitssymptome. &#8211; Das Zittern l\u00e4sst nach, die Muskelsteife reduziert sich und die Bewegungen werden insgesamt wieder fl\u00fcssiger.<\/p>\n<p>Zum Start in die Dopamin-Ersatztherapie setzen die Mediziner meist die niedrigste Dosierung an, steigern diese im weiteren Krankheitsverlauf und dosieren bei Bedarf weitere Medikamente ein. Im Laufe der Zeit gestaltet sich die medikament\u00f6se Einstellung von Parkinsonpatienten allerdings stetig schwerer. <\/p>\n<p>Teilweise treten unvorhersehbare Wirkungsschwankungen auf, die entweder dazu f\u00fchren, dass die Beweglichkeit des Betroffenen wieder zur\u00fcck geht (zu niedriges Wirkungsniveau) oder unkontrollierte Unruhe-Bewegungen auftreten, wodurch der Erkrankte \u201ezappelig\u201c erscheint (zu hohes Wirkungsniveau). Dadurch, dass sich die Wechsel der Medikamentenwirkung zum Teil sehr abrupt vollziehen, muss der Dopamin-Ersatz in immer k\u00fcrzeren Abst\u00e4nden zugef\u00fchrt werden, um eine stabile Wirkung zu erzielen. Sollte die orale Einnahme des Wirkstoffes in Tablettenform keine zufriedenstellenden Ergebnisse mehr hinsichtlich eines stabilen Wirkungsniveaus liefern, k\u00f6nnen die Medikamente auch gleichm\u00e4\u00dfiger \u00fcber eine Pumpe in den Darm oder unter die Haut gespritzt werden.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Video: Parkinson &#8211; Medikamente und Wirkungsschwankungen (Experte erkl\u00e4rt) &#8211; selpers<\/strong><\/p>\n<div class=\"responsive-video\">\n<iframe loading=\"lazy\" width=\"980\" height=\"560\" src=\"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/pg-YZigMAZY\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div>\n<hr \/>\n<p>Mit der Einnahme von Parkinson-Medikamenten sind oft Ver\u00e4nderungen der Pers\u00f6nlichkeit verbunden. Diese k\u00f6nnen positiv sein, wenn beispielsweise durch die Dopamin-Zufuhr eine Depression gelindert oder ganz \u201eausgeschaltet\u201c wird. Es kann durch das zugef\u00fchrte Dopamin aber auch zu negativen Effekten wie Impulskontrollst\u00f6rungen z.B. in Form von Sexsucht oder anderen suchtartigen Exzesse (Einkaufen, Gl\u00fccksspiel) kommen.<\/p>\n<p><strong>Operation zur Behandlung von Parkinson<\/strong><\/p>\n<p>Neben der medikament\u00f6sen Therapie von Parkinson ist auch eine Operation denkbar. Es geht hierbei um die sogenannte tiefe Hirnstimulation, welche sich durch die Integration eines Hirnschrittmachers erreichen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Die Sonden des Hirnschrittmachers werden in die Gehirnareale eingesetzt, welche durch Parkinson gesch\u00e4digt sind. Um die Sonden im Hirn zu setzen, wird ein kleines Loch in die Sch\u00e4deldecke gebohrt. Zur Festlegung bzw. Berechnung der \u201eBohrstelle\u201c werden MRT-Bilder des Gehirns genutzt. Der eigentliche Hirnschrittmacher also der Teil des Ger\u00e4tes, der f\u00fcr die Stromabgabe erforderlich ist, wird in einer Hauttasche unter dem Schl\u00fcsselbein untergebracht.<\/p>\n<p>Die Sonden des Hirnschrittmachers blockieren die durch den Dopamin-Mangel \u00fcberaktiven Nervenzellen, was eine deutliche D\u00e4mpfung der Parkinson-Symptome bewirkt. Da dieser Effekt in der Regel direkt eintritt, wenn die Sonden an der richtigen Stelle im Gehirn platziert wurden, findet die Operation am wachen Patienten statt.<\/p>\n<p>Durch den Hirnschrittmacher l\u00e4sst das Zittern der Betroffenen nach und versteifte Muskeln erweichen.<\/p>\n<p>Hirnschrittmacher sind bereits seit \u00fcber 20 Jahren im Einsatz. Sie liefern besonders gute Resultate bei j\u00fcngeren Parkinsonpatienten, bei denen die Medikamente zwar gut anschlagen, sich aber keine gleichm\u00e4\u00dfige Wirkung erzielen l\u00e4sst (Wirkungsschwankungen s.o.).<\/p>\n<p>Der Hirnschrittmacher ist nicht in der Lage das Fortschreiten der Parkinson-Erkrankung zu stoppen. Dar\u00fcber hinaus muss auch hierbei mit unerw\u00fcnschten Nebenwirkungen gerechnet werden. &#8211; So besteht die M\u00f6glichkeit, dass sich nach dem Einsetzen des Hirnschrittmachers Sprachst\u00f6rungen verst\u00e4rken oder geh\u00e4uft St\u00fcrze auftreten. Dar\u00fcber hinaus gehen mit der Operation die \u00fcblichen Risiken einher, so dass es hinterher beispielsweise zu Infektionen oder Blutungen kommen kann, die u. U. dauerhafte Sch\u00e4digungen des Gehirns nach sich ziehen.<\/p>\n<p><strong>Multimodale Komplexbehandlung von Parkinson<\/strong><\/p>\n<p>Die multimodale Komplexbehandlung von Morbus Parkinson geht \u00fcber die reine Einstellung der Medikamente oder eine Nachsorge bei Patienten mit Hirnschrittmacher hinaus. Diese Therapieform findet station\u00e4r statt und hat eine Dauer von zwei bis drei Wochen. Im Anschluss an die multimodale Komplexbehandlung \u00fcbernimmt ein niedergelassener Neurologe die weitere Begleitung des Parkinson-Patienten.<\/p>\n<p>Bestandteil der Komplexbehandlung sind \u00fcbende Elemente z.B. in Form von Logop\u00e4die oder Physiotherapie. Sehr gut geeignet soll in diesem Zusammenhang beispielsweise das sogenannte <a href=\"https:\/\/www.deutsche-parkinson-hilfe.de\/foerderprojekte\/big-therapie\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">BIG-Training<\/a> sein. Bei dieser besonderen Trainingsform \u00fcben die Teilnehmer m\u00f6glichst gro\u00dfe und ausladende Bewegungen zu machen, welche in starkem Kontrast zum \u00fcblichen Bewegungsprofil bei Parkinson stehen. \u00c4hnlich geht man auch beim Sprechtraining vor. Da die Stimme von Parkinsonerkrankten oft stetig an Lautst\u00e4rke verliert, gibt es ein Training bei dem betont lautes Sprechen im Fokus steht.<\/p>\n<p>Zielsetzung der multimodalen Komplexbehandlung von Parkinson-Patienten ist eine \u00c4nderung des Lebensstils, weil sich dieses entscheidend auf den weiteren Krankheitsverlauf auswirken kann.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Video: Parkinson &#8211; Symptome und Therapiem\u00f6glichkeiten | Pflege Kanal<\/strong><\/p>\n<div class=\"responsive-video\">\n<iframe loading=\"lazy\" width=\"980\" height=\"560\" src=\"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/j1iyIukdhRs\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div>\n<hr \/>\n<p><a name=\"verlauf-parkinson\"><\/a> <\/p>\n<h2>Wie verl\u00e4uft Parkinson?<\/h2>\n<p>F\u00fcr Parkinson l\u00e4sst sich kein Standard-Krankheitsverlauf definieren, da sich die Krankheit individuell sehr unterschiedlich entwickelt und auch die Medikamentenwirkung von Person zu Person anders ausfallen kann.<\/p>\n<p>Generell ist das Alter der erkrankten Person von Relevanz. So ist es in der Regel so, dass Parkinsonkranke zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr sehr gut und auch \u00fcber viele Jahre hinweg auf die Medikamente ansprechen.<\/p>\n<p>Personen mit Parkinson, die sich im Alter von 70 bis 80 Jahren befinden, haben meist schwerpunktm\u00e4\u00dfig mit Problematiken zu k\u00e4mpfen, bei denen eine medikament\u00f6se Therapie eher weniger gut anschl\u00e4gt. Dazu geh\u00f6ren beispielsweise St\u00f6rungen beim Sprechen oder Schlucken oder auch vermehrte St\u00fcrze.<\/p>\n<p>Je \u00e4lter der Parkinsonpatient ist, desto gr\u00f6\u00dfer ist sein Risiko f\u00fcr das Auftreten von Hirnleistungsst\u00f6rungen bis hin zur Entwicklung einer Demenz.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a name=\"parkinson-schlaf\"><\/a> <\/p>\n<h2>Wie wirkt sich Parkinson auf den Schlaf aus?<\/h2>\n<p>Bei s\u00e4mtlichen Arten der Parkinson-Erkrankung kommt es sehr h\u00e4ufig zu Problemen mit dem Schlaf. Diese Schlafprobleme k\u00f6nnen ganz unterschiedlich ausgepr\u00e4gt sein und sich beispielsweise in Schlaflosigkeit oder n\u00e4chtlichen Bewegungseinschr\u00e4nkungen zeigen.<\/p>\n<p>Im Zusammenhang mit Parkinson kann au\u00dferdem die REM-Schlaf-Verhaltensst\u00f6rung (auch bekannt als <a href=\"\/magazin\/schenck-syndrom-aggressiver-schlaf.html\">Schenck-Syndrom oder Aggressiver Schlaf<\/a>) auftreten, die mit einem \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Bewegungsdrang im Schlaf sowie n\u00e4chtlichem Sprechen oder Schreien verbunden ist.<\/p>\n<p>Mit fortschreitender Krankheit nehmen in der Regel auch die Schlafst\u00f6rungen zu bzw. verst\u00e4rken sich. Damit verbunden ist eine vermehrte Tagesm\u00fcdigkeit, welche bei manchen Betroffenen tags\u00fcber zu Schlafanf\u00e4llen f\u00fchrt. Daneben kann es auch zu einer Beeintr\u00e4chtigung der Atmung im Schlaf kommen.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a name=\"parkinson-schlafstoerungen\"><\/a> <\/p>\n<h2>Warum kann Parkinson zu Schlafst\u00f6rungen f\u00fchren?<\/h2>\n<p>F\u00fcr das Auftreten von Schlafst\u00f6rungen bei Vorliegen einer Parkinson-Erkrankung kann es viele verschiedene Ursachen geben.<\/p>\n<p>So k\u00f6nnen mit Parkinson in Verbindung stehende St\u00f6rungen im Stoffwechsel des Gehirns die Schlaf-Wach-Regulation beeintr\u00e4chtigen, was zu einem fragmentiertem Schlaf mit verk\u00fcrzten REM-Phasen f\u00fchrt.<\/p>\n<p>Verlangsamte Bewegungen und k\u00f6rperliche Steifheit bei Parkinson k\u00f6nnen zudem dazu f\u00fchren, dass die Schlafposition w\u00e4hrend der Nacht nicht h\u00e4ufig genug ver\u00e4ndert wird. In der Folge kann es zu wiederholtem Aufwachen, Unwohlsein sowie Schwierigkeiten beim n\u00e4chtlichen Toilettengang kommen.<\/p>\n<p>Bei Betroffenen treten durch die zur Behandlung von Parkinson eingesetzten Medikamente vermehrt Zuckungen und Zittern auf, woraus in der Nacht ebenfalls ein Aufwachen und so eine Schlafunterbrechung resultieren kann.<\/p>\n<p>Nicht selten kommt es im Zusammenhang mit Parkinson auch zu <a href=\"\/magazin\/zusammenhang-schlaf-depressionen.html\"> Depressionen<\/a> oder \u00c4ngsten, was wiederum negative Effekte auf das Einschlafen und Durchschlafen haben kann. Au\u00dferdem kommt es diesbez\u00fcglich oft auch zu fr\u00fchmorgendlichem Erwachen.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus kann Parkinson auch die n\u00e4chtliche Atmung beeinflussen, was sich wiederum auf den Schlaf auswirkt.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a name=\"schlafstoerungen-parkinson-was-tun\"><\/a> <\/p>\n<h2>Was kann man gegen Schlafst\u00f6rungen, die durch Parkinson verursacht werden, tun?<\/h2>\n<p>Wenn im Rahmen einer Parkinson-Erkrankung der Schlaf gest\u00f6rt ist, sollte man dieses mit dem behandelnden Arzt besprechen. Dieser sollte sich insbesondere sorgf\u00e4ltig mit der Medikation befassen, weil viele Arzneimittel gegen Parkinson den Schlaf beeinflussen und Schlafst\u00f6rungen verst\u00e4rken k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Gemeinsam mit dem Arzt sollte ermittelt werden, was genau zur Schlaflosigkeit bzw. Schlafst\u00f6rung f\u00fchrt und wie man diesem entgegenwirken kann.<\/p>\n<p>Leidet der Betroffene unter eine <a href=\"\/magazin\/schlafapnoe.html\">Schlafapnoe<\/a> oder verst\u00e4rktem <a href=\"\/magazin\/schlafen-schlafstoerungen-schnarchen.html\">Schnarchen<\/a>, empfiehlt sich das Hinzuziehen eines Schlafmediziners und ggf. eine Untersuchung im Schlaflabor.<\/p>\n<p>Kommt es am Tag zu Schlafanf\u00e4llen, kann die Eindosierung eines anregenden Mittels helfen. Dieses sollte beim Parkinson-Patienten allerdings nur in enger Absprache mit dem behandelnden Arzt bzw. Neurologen erfolgen.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a name=\"videos-parkinson-schlaf\"><\/a> <\/p>\n<h2>Videos: Parkinson und Schlaf<\/h2>\n<hr \/>\n<p><strong>Expertentalk zum Thema &#8222;Parkinson und Schlaf&#8220; | Deutsche Parkinson Vereinigung e.V.<\/strong><\/p>\n<div class=\"responsive-video\">\n<iframe loading=\"lazy\" width=\"980\" height=\"560\" src=\"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/DcsYgXYlK8I\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div>\n<hr \/>\n<p><strong>PfiFf Parkinson: Umgang mit Schlafst\u00f6rungen | PfiFf \u2013 Pflege in Familien f\u00f6rdern<\/strong><\/p>\n<div class=\"responsive-video\">\n<iframe loading=\"lazy\" width=\"980\" height=\"560\" src=\"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/uB8KlqOPOAk\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div>\n<hr \/>\n<p><strong>Schlafst\u00f6rungen bei Parkinson: 33+ Ma\u00dfnahmen, die deine Lebensqualit\u00e4t schnell steigern k\u00f6nnen | Fit trotz Parkinson<\/strong><\/p>\n<div class=\"responsive-video\">\n<iframe loading=\"lazy\" width=\"980\" height=\"560\" src=\"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/UCmEKrWDkNk\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div>\n<hr \/>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erfahren Sie in diesem Artikel mehr \u00fcber die Erkrankung Parkinson, \u00fcber ihre Symptome und \u00fcber Behandlungsm\u00f6glichkeiten. 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