One-fits-all-Matratzen – der ausführliche Test von Betten.de

Geschätzte Lesezeit: 15 Minuten

Nun sind einige Monate seit dem von der Stiftung Warentest initiierten Test der so genannten Startup-Matratzen und unserem Statement diesbezüglich vergangen. Dabei wurde das werbewirksame Versprechen „einer einzigen Matratze, die jedem das ideale Liegen ermöglicht“, entkräftet. Der Boom dieser Matratzen hält jedoch weiterhin an – für uns ein Grund sich diese Situation genauer anzuschauen und selbst nachzuforschen.

Lesen Sie in diesem Beitrag über unseren ausführlichen Test dieser One-fits-all-Modelle und erfahren Sie unsere Meinung bezüglich dieser „Wundermatratzen“. Lernen Sie zudem unser neues „youSleep“-Schlafsystem kennen, welches perfekt angepasste Matratzen ermöglicht – völlig ohne komplizierte Entscheidungsfindung.

Was sind One-fits-all-Matratzen?

Im Internet kommt man kaum an den Werbeanzeigen der verschiedenen Anbieter für One-fits-all-Matratzen vorbei. Inzwischen auch im Fernsehen präsent, wirbt eine beständig steigende Anzahl von Herstellern mit der perfekten, unkomplizierten Matratze, die universell zu jeder Person passt und jedwede komplizierte Auswahl und Anpassung unnötig macht.

Dabei handelt es sich auch um das Versprechen dieser Matratzen: Sie sind angeblich in der Lage, für einen perfekten Schlaf für jedermann zu sorgen, nahezu unabhängig von persönlichen Schlafgewohnheiten und körperlichen Merkmalen.

Im letzten Jahr erhielt die Sparte dieser Matratzen erneut Zuwachs, so tummeln sich inzwischen zahlreiche Anbieter auf dem Markt, deren Produkte sich auf den ersten Blick kaum bis gar nicht voneinander unterscheiden lassen.

Der Test von Stiftung Warentest

Die Stiftung Warentest hat im August 2016 in einem umfangreichen Produkttest verschiedene Startup-Matratzen getestet. Anlass hierfür war der entstehende Boom bezüglich dieser Produkte, die ausschließlich über das Internet vertrieben werden. Dabei wurden viele Schwächen der Matratzen offenbart. Abschließend bemerkte die Stiftung Warentest, dass nicht alle Anbieter die Matratzen­produktion so gut wie das eigene Marketing beherrschen.

Unsere Meinung zum Test

[pullquote-left]“Wie die Stiftung Warentest sind auch wir mit unserer langjährigen Beratungserfahrung der Meinung, dass es unmöglich ist, mit einem einzigen Matratzen-Modell jedem Menschen gerecht zu werden” (Stefan Wabnik, Geschäftsführer von Betten.de)[/pullquote-left]Mit dieser Aussage bringt Herr Wabnik, einer der Geschäftsführer von Betten.de und zertifizierter Schlafberater, unser Urteil zum Ergebnis des Tests der Stiftung Warentest auf den Punkt. Das gemachte Werbeversprechen der Anbieter deckt sich keineswegs mit der Realität. Das detaillierte Testergebnis, das kostenpflichtig eingesehen werden kann, zeigt auf, dass sämtliche One-fits-all-Modelle eklatante Probleme damit haben, großen und schweren Menschen eine ergonomisch korrekte Liegefläche zu bieten. Belastungen mit Schadstoffen, intensive Geruchsbildungen sowie eine unzureichende Haltbarkeit vervollständigten das durchwachsene Bild der One-fits-all-Modelle. In dem Artikel One-fits-all-Matratzen – unser Statement zum Bericht der Stiftung Warentest nehmen wir ausführlich Stellung zum Testergebnis und zeigen auf, wie wichtig ein individuell angepasstes Schlafsystem ist.


Der große Betten.de Test

Warum testen wir?

Da wir seit Jahren selbst Matratzen über das Internet vertreiben und Kunden in unserem eigenen Showroom ausführlich beraten, wissen wir, wie wichtig es ist, die Schlafstätte perfekt auf die individuellen Bedürfnisse jedes einzelnen anzupassen. Aus diesem Grund wundert uns der Erfolg dieses universellen Konzeptes doch sehr. Um Sie als Interessierte über diese Thematik aufzuklären, haben wir uns die vier prominentesten Vertreter des One-fits-all-Segments bestellt und diese selbst ausführlich getestet. Dabei kommt uns unsere Expertise im Bereich der Schlafberatung zugute. So haben wir tagtäglich mit Menschen zu tun, die eine für sie passende Matratze suchen. Dank dieses reichen Erfahrungsschatzes sind wir in der Lage, die getesteten Matratzen fachkundig beurteilen zu können.

Wir wissen, welches Fachwissen nötig ist, um jemandem eine perfekt angepasste Matratze anbieten zu können. Jeder Mensch ist anders und dies gilt es auch bei der Wahl des persönlichen Schlafsystems zu beachten. Es kann nicht die eine Lösung geben, die jedem Körperbau, jedem Gewicht und jeder bevorzugten Schlafposition eine gleichermaßen optimierte Unterlage bietet.

Es ist uns ein Anliegen, den „revolutionären“ One-fits-all-Ansatz neutral zu betrachten und auf Herz und Nieren zu prüfen: So haben wir beschlossen, diese angeblichen Wundermatratzen selbst zu testen. Wir haben dazu Probanden ausgewählt, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Diese haben wir auf die vier Matratzen gelegt und das jeweilige Liegeempfinden rein subjektiv beschreiben lassen. Die ganze Zeit über waren unsere zertifizierten Schlafberater anwesend, die den Liege- und Schlafkomfort aus Expertensicht begutachtet und bewertet haben.

Das Ergebnis dieser Untersuchung möchten wir Ihnen nicht vorenthalten und haben es in diesem Artikel zusammengefasst.

Welche Matratzen testen wir?

Bei der Wahl der zu testenden One-fits-all-Matratzen haben wir uns für die vier Modelle entschieden, die am stärksten auf dem deutschen Markt vertreten sind und auch von Stiftung Warentest ausgiebig auf ihre Tauglichkeit geprüft wurden. So fiel unsere Wahl auf diese vier Modelle:

  • Casper
  • Emma
  • Eve
  • Bruno

Nachdem wir uns für die zu testenden Matratzen entschieden hatten, folgte die Bestellung. Da sämtliche Startup-Matratzen-Hersteller reine Online-Händler sind, erfolgt der Matratzenkauf direkt über die jeweilige Website des Herstellers. Dies ging bei allen Modellen ohne größere Probleme vonstatten. Die modernen Onlineshops lassen sich allesamt intuitiv bedienen, lediglich die Matratzengröße muss ausgewählt werden.

Die versprochene überaus kurze Lieferfrist konnte allerdings keiner der Anbieter einhalten, die Lieferzeit verzögerte sich bei allen Anbietern im Schnitt um zwei Tage.

Da alle vier Hersteller angeben, dass ihre Matratze durch den hohen Kern und die herausragenden Liegeeigenschaften auch ohne einen Lattenrost funktioniert, haben wir uns dazu entschlossen, die Modelle direkt auf den Boden zu platzieren und dort zu testen. So ist auch die Vergleichbarkeit besser gegeben, da ein Lattenrost die Ergebnisse möglicherweise verfälschen könnte, indem er Mängel im Liegeverhalten durch seine Anpassungsfähigkeit korrigiert.

Die getesteten Modelle im Überblick

Casper

  • 450 Euro in der Größe 90×200 cm
  • 4-schichtiger Kern (Basisschaum, Transitionsschaum, Memoryschaum, Latexschaum)
  • keine Angaben des Herstellers zum empfohlenen Körpergewicht
  • Abnehmbarer und waschbarer Bezug (99 % Polyester und 1 % Elasthan)
  • OEKO-TEX® Standard 100 für alle verwendeten Materialien
  • Kostenloser Versand und Abholung
  • 10 Jahre Garantie

Emma

  • 399 Euro in der Größe 90×200 cm
  • 3-schichtiger Kern (Kaltschaum, Viscoschaum, Hypersoftschaum)
  • Geeignet für Personen von 30 kg bis 120 kg
  • Abnehmbarer und waschbarer Bezug (98% Polyester und 2% Elasthan)
  • OEKO-TEX® Standard 100 für alle verwendeten Materialien
  • Kostenloser Versand und Abholung
  • 10 Jahre Garantie

Eve

  • 450 Euro in der Größe 90×200 cm
  • 3-schichtiger Kern (Reflexbasisschaum, Komfortschaum und Viscoschaum)
  • Geeignet für Personen bis 130 kg
  • Abnehmbarer und waschbarer Bezug (100 % Polyester) mit OEKO-TEX® Standard 100
  • Kostenloser Versand und Abholung
  • 10 Jahre Garantie

Bruno

  • 425 Euro in der Größe 90×200 cm
  • 2-schichtiger Kern (Kaltschaumkern mit Latexschicht)
  • Geeignet für Personen von 50 kg bis 110 kg
  • Abnehmbarer und waschbarer Bezug (100 % Baumwolle)
  • OEKO-TEX® Standard 100 für alle verwendeten Materialien
  • Kostenloser Versand und Abholung
  • 10 Jahre Garantie

Auswahl der Probanden

Wir haben aus einer größeren Gruppe möglicher Testpersonen sechs Personen ausgewählt, die sich in Statur, Körpergewicht und individuellen Anforderungen an ihre Matratze stark unterscheiden.

Es handelt sich bei allen Teilnehmern unserer Studie um Seitenschläfer.
Dies hat zwei Gründe:

Zum einen handelt es sich bei der Seitenlage um die beliebteste Schlafposition der Deutschen. Dieser Artikel der Augsburger Allgemeinen nennt hierzu konkrete Zahlen, die das Marktforschungsinstitut TNS Emnid in einer umfangreichen Studie erhob. So gaben 80% der Befragten an, den Schlaf in seitlicher Liegeposition zu bevorzugen. Wir können diesen Sachverhalt durch unseren reichen Erfahrungsschatz im Bereich der individuellen Beratung bestätigen.

Zum anderen wissen wir, wie flexibel eine Matratze für Seitenschläfer sein muss. Sie muss in der Lage sein, Schulter- und Beckenpartie weit genug einsinken zu lassen. Wie soll dies allerdings möglich sein, wenn sich die Matratze doch für sämtliche Schlafpositionen gleichermaßen eignen soll?


Da wir insbesondere die Eignung der Matratzen für Seitenschläfer testen, haben wir den Probanden zusätzlich zwei Kissen für diese Schlafposition zur Verfügung gestellt, mit denen sie ihren Liegekomfort beeinflussen können.


Die von uns ausgewählten Personen zeichnen sich durch ihre unterschiedlichen Schlafpräferenzen und Körpermerkmale aus. Nur so ist es uns möglich, das Prinzip „One-fits-all“ auf sein Versprechen bzgl. seiner Massentauglichkeit zu testen. Die Probanden verfügen allesamt über ein Körpergewicht, das mit den Empfehlungen der getesteten Matratzen übereinstimmt – lediglich unser Proband Sven ist für eine Matratze zu schwer. Aus Datenschutzgründen haben wir unseren freiwilligen Testern fiktive Namen gegeben, die Angaben zu Größe und Gewicht entsprechen jedoch exakt der Realität:



Der Test zum Liegeempfinden


Nun haben wir die Tester sich auf die einzelnen Matratzenmodelle legen und eine persönliche Einschätzung bzgl. des Liegekomforts abgeben lassen. Parallel dazu haben sich unsere Schlafexperten die Stellung des Körpers – speziell der Wirbelsäule – betrachtet und bewertet, wie die verschiedenen Körperbereiche aufgestützt werden (Taille und Lendenwirbel) bzw. einsinken können (Schulter- und Hüftbereich).

Auch bildlich haben wir das Ganze festgehalten, um Ihnen als Leser unser Urteil so transparent wie möglich darstellen zu können.



Im Idealfall können Schultern und Hüfte weit genug in das Material einsinken, sodass die Wirbelsäule gerade gelagert wird. Auf diesem Bild sehen Sie eine perfekte Symbiose von Einsinkverhalten (Schulter und Hüfte) und Stützwirkung im Bereich der Taille und der Lendenwirbel. Die eingezeichneten Linien (grün) verdeutlichen die korrekte Lagerung der einzelnen Körperbereiche. Diese Darstellung haben wir bei sämtlichem Bildmaterial unseres Tests verwendet, um Ihnen mögliche Fehlstellungen in der Liegeposition so deutlich wie möglich aufzeigen zu können.


Die Casper-Matratze

Als einer der ersten Anbieter für Startup-Matratzen auf dem Markt ist die Casper-Matratze zum großen Teil verantwortlich für den enormen Hype um dieses One-fits-all-Konzepts und darf deshalb in unserem Test nicht fehlen. Zum Probeliegen haben wir das Modell in den Maßen 90×200 cm bestellt und getestet:


Anna hat es dank ihres relativ schmalen Körperbaus mit weniger ausgeprägten Schultern prinzipiell relativ leicht, eine gerade Lagerung ihrer Wirbelsäule zu erzielen. Die Matratze kann jedoch auf das geringe Körpergewicht nicht gut reagieren, dementsprechend können Schultern und Becken nicht weit genug in die Oberfläche einsinken und die Wirbelsäule liegt in einer leichten Fehlstellung auf der Casper-Matratze.


Bei Peter wird die Problematik noch deutlicher: Die Casper-Matratze an sich ist zwar relativ weich vom Liegeempfinden, jedoch sind Schulter- und Beckenzone nicht flexibel genug für Personen, die in der Seitenlage schlafen. Das geringe Körpergewicht gepaart mit einer breiten Schulterpartie überfordert die Schlafunterlage. Mit einem guten Kissen ist man wenigstens in der Lage, die Wirbelsäule im Halsbereich anzuheben.


Maik treibt die Fehlstellung in der Seitenlage auf die Spitze. Eine Matratze mit gewöhnlicher Zonierung ist nicht in der Lage, seine breiten Schultern entsprechend einsinken zu lassen. Er selbst empfand das Liegen auch als äußerst unangenehm, mit einem unterstützenden Kissen wurde das Liegeempfinden laut seiner Aussage zumindest erträglich.


Jürgen ist wie Peter sehr groß und hat einen schlank-sportlichen Körperbau. Auch hier erkennt man Defizite in der Anpassungsfähigkeit im Schulter- und Beckenbereich der Matratze. Die Festigkeit der Casper-Matratze empfand Jürgen allerdings als angenehm.


Mit dem hohen Körpergewicht von Thomas kommt das Modell Casper relativ gut zurecht. Die Schulterpartie ist in der Lage, weit genug einzusinken, auch der Beckenbereich wird gut aufgestützt.


Svens Gewicht übersteigt die Möglichkeiten der Matratze: Er hängt in der Körpermitte durch, da er zu weit in das Material einsinkt. Ein flaches Kissen kann die Fehlstellung lediglich teilweise ausgleichen.

Fazit

Diese mittelweiche Matratze eignet sich laut Herstellerangaben für Personen von 40 kg bis 130 kg. Mag sie Rücken- und Bauchschläfern guten Liegekomfort bieten, so konnte sie in unserem Test als Unterlage für Seitenschläfer nicht vollends überzeugen. Der hohe Kern (Latex/Visco- und Kaltschaum) bietet ein mittelweiches Liegegefühl und optimiert die Matratze für Personen mit einem schmalen Körperbau. Allerdings sind Seitenschläfer mit breitem Schulter- oder Hüftbereich mit der Casper-Matratze schlecht beraten, da das angepriesene One-fits-all-Prinzip für solche Personen kein ergonomisch korrektes Liegen möglich machen kann.

Die Emma-Matratze

2015 als Startup gegründet, ist der Hersteller Emma Matratzen einer der größten Anbieter auf dem deutschen Markt. Neben der reinen Online-Präsenz wird die Emma-Matratze inzwischen auch außerhalb des Internets vertrieben. Auch hier haben wir uns für die Größe 90×200 cm entschieden.


Die Emma-Matratze ist sehr weich – diese Tatsache kommt Anna entgegen. Ihre Schultern sinken weit genug in die Matratzenoberfläche ein und zusammen mit einem Kissen ist der Oberkörper gut gebettet. Lediglich die Hüfte müsste weiter einsinken, hier ist trotz der nachgiebigen Oberfläche eine leichte Fehlstellung erkennbar.


Peters Schultern und Becken können trotz der sehr weichen Matratze nicht weit genug in die Oberfläche einsinken. Die Emma-Matratze ist zwar generell sehr nachgiebig, erfüllt jedoch hier nicht die Anforderungen eines klassischen Seitenschläfers mit V-förmigem Körper.


Bei Maik verhält es sich ähnlich wie bei Peter. Seine ausladende Schulterpartie kann ebenfalls nicht weit genug in die Oberfläche eintauchen. Hieraus resultiert eine Fehlstellung der Wirbelsäule, die auch ein passendes Kissen nicht korrigieren kann.


Jürgens schlanker Körper wird von der Emma-Matratze gut gestützt. Der Schulterbereich kann angemessen einsinken, lediglich das Becken wird zu weit nach oben gedrückt. Für ihn ist diese weiche Matratze relativ gut geeignet.


Auch bei Thomas ist die Emma-Matratze in der Lage, eine relativ gute Körperanpassung zu bieten. Das weiche Material gibt gut nach und reagiert auf das höhere Körpergewicht des Probanden. Mit einem unterstützenden Kissen kann der Seitenschläfer Thomas gut auf der Unterlage schlafen.


Für den schwersten unserer Tester ist die Matratze schlichtweg zu weich. Sven fühlt sich sehr unwohl auf der Emma-Matratze, da er zu weit in die Oberfläche einsinkt.

Fazit

Ähnlich wie Casper bietet Emma ein mittelweiches Liegeempfinden. Auch diese Matratze kann Schläfern, deren Körperkonturen der Norm entsprechen, als bequeme Schlafunterlage dienen. Fällt man jedoch aus diesem Raster, sei es durch breite Schultern oder ausladende Hüften, stößt das Modell in puncto individueller Anpassungsfähigkeit an seine Grenzen. Solche Schläfer sind mit einem exakt angepassten Schlafsystem besser bedient.

Die Eve-Matratze

Bei Eve handelt es sich um ein deutsch-englisches Startup, das sich im Vereinigten Königreich bereits einen Namen gemacht hat. Bei der von uns getesteten Matratze handelt es sich um ein inzwischen veraltetes Modell in 90×200 cm, das in England produziert wurde. Inzwischen erfolgt die Fertigung für den deutschen Markt in Deutschland, und es wird auf geruchsintensive Flammschutzmittel verzichtet. Das Liegeempfinden ist jedoch gleich geblieben – dementsprechend besitzt unser Test die volle Aussagekraft.


Anna kommt die weiche Oberfläche der Matratze zugute. Schultern und Hüfte können weit genug in die Oberfläche einsinken und auch die Hohlräume (Taille und Lendenwirbelsäule) werden relativ gut aufgestützt. Daraus ergibt sich eine verhältnismäßig gute Lagerung der Wirbelsäule unserer Testliegerin.


Peter hat mit der Eve-Matratze dasselbe Problem wie mit jeder anderen der getesteten Modelle: Im Schulterbereich fehlt die individuelle Anpassung, um diese Partie angemessen eintauchen zu lassen. Ein ergänzendes Kissen kann diesen Umstand nur teilweise korrigieren.


Noch extremer stellt sich die Fehlstellung der Wirbelsäule bei Maik dar: In der Schulterzone fehlt ihm für seinen Körperbau die Nachgiebigkeit des Materials.


Jürgen liegt besser auf der Eve-Matratze. Becken und Schultern müssten ein Stück weiter in den Schaum einsinken, um eine korrekt gelagerte Wirbelsäule zu erhalten. So hängt unser Proband leider in der Körpermitte durch.


Als relativ schwere Person kann Thomas sehr schlecht auf der Eve-Matratze liegen. Es fehlt die Stützwirkung, um seinen Körper entsprechend zu betten. Auch ein Kissen schafft keinerlei Verbesserung des Liegeempfindens.


Die Matratze ist viel zu weich für Sven. Er hängt vollkommen durch und sein Becken verdreht sich seitlich. In dieser eklatanten Fehlstellung ist bequemes Liegen nicht möglich.

Fazit

Die Eve-Matratze bietet von allen von uns getesteten Startup-Matratzen die weicheste Liegefläche, sie eignet sich jedoch laut Hersteller trotzdem für Personen bis zu einem Körpergewicht von 130 kg. Für sehr schwere Personen (auch innerhalb des angegebenen Gewichts) ist das Modell nur bedingt geeignet, da die Körperstützung nicht ausreicht, um hier eine korrekte Lagerung der Wirbelsäule zu gewährleisten. Schmal gebaute Personen können auf der Matratze gut nächtigen.

Die Bruno-Matratze

Diese Latex-Kaltschaum-Matratze wird vom Berliner Hersteller BRUNO Interior GmbH in Deutschland produziert. Mit einer angegebenen möglichen Belastung von 50 kg bis 110 kg bietet sie das geringste Gewichtsspektrum der vier von uns getesteten Schlafunterlagen.


Die Bruno-Matratze verfügt über die härteste Oberfläche der getesteten Modelle. Der Bezug ist sehr straff und Annas Schultern und Becken können nicht weit genug in die Matratze einsinken. Die Stützung von Taille und Lendenwirbelsäule ist dagegen durch die relativ feste Matratze verhältnismäßig gut. Die Probandin empfand die Bruno-Matratze im Test als viel zu fest für ihre Bedürfnisse.


Die Festigkeit des Kerns in Kombination mit dem straffen Matratzenbezug sorgt dafür, dass Peters Schultern und Hüfte nicht annähernd weit genug in das Material einsinken können. Die punktuelle Anpassung ist für ihn als Seitenschläfer nicht gegeben.


Bei Maik verhält es sich ebenso wie bei Peter. Sein geringes Körpergewicht reicht nicht aus, um ihn weit genug in den Schaumkern der Matratze einsinken zu lassen. Der steife Matratzenbezug stört ihn laut eigener Aussage erheblich.


Auch bei unserem Probanden Jürgen sinken weder Schultern noch sein Becken weit genug ein. Sein relativ schmaler Körperbau begünstigt allerdings eine ergonomische Lagerung der Wirbelsäule, ohne Kissen ist erholsamer Schlaf auf dieser Unterlage jedoch nicht möglich.


Thomas Hüfte sinkt gut in die Oberfläche der Bruno-Matratze ein, im Schulterbereich ist die Anpassungsfähigkeit des Modells jedoch nicht ausreichend für eine korrekte Lagerung. Die feste Beschaffenheit des Modells sorgt allerdings dafür, dass die Hohlräume (Taille und Lendenwirbel) beim Liegen angemessene Stützwirkung erfahren.


Obwohl es sich bei der Bruno-Matratze um die festeste der getesteten Modelle handelt, ist sie für Svens Körperbau noch ein wenig zu weich. Er erfährt jedoch eine relativ gute Stützwirkung, obwohl er mit seinem Gewicht über der angegebenen Empfehlung des Herstellers liegt.

Fazit

Bruno ist die festeste der Startup-Matratzen. Dementsprechend bietet sie die beste Körperstützung für Taille und Lendenwirbelsäule. Allerdings leidet darunter die punktuelle Anpassungsfähigkeit, dies macht sich insbesondere für Seitenschläfer negativ bemerkbar. Trotz des verhältnismäßig harten Kerns eignet sich Bruno ebenso wie die anderen getesteten Matratzen höchstens für kleine und leichte Personen.


Unser Urteil zum Test

Was sagt dieses Ergebnis aus?

Mögen die Anbieter auch unterschiedlich sein, die Schwächen der einzelnen Startup-Matratzen bleiben dieselben: Sie eignen sich nicht für überdurchschnittlich große und schwere Personen sowie für Menschen, deren Körperbau von der Norm abweicht. Hier zeigt sich, dass der Ansatz „One-fits-all“, sprich: eine Matratze für jedermann, seinem eigenen Anspruch nicht gerecht werden kann. Der Verzicht auf unterschiedliche Härtegrade sowie eine Eignung für alle möglichen Schlafpositionen sind schlichtweg nicht möglich.

Wieso sind diese Systeme dann so erfolgreich?

Erklären lässt sich der Erfolg des One-fits-all-Ansatzes damit, dass der oftmals zeit- und nervenaufreibende Vorgang des Matratzenkaufs für den Kunden auf eine simple Online-Bestellung ohne Vorauswahl reduziert wird. Simple Antworten sind beliebte Lösungen und die Vielzahl an Matratzenkernen, Bezügen und Ausstattungsvarianten ist für Laien oft verwirrend und schwer zu verstehen. Hat man hingegen lediglich ein Produkt zur Auswahl, das suggeriert, jedem gerecht werden zu können, so entfällt die komplexe Entscheidungsfindung.

Gibt es eine unkomplizierte Alternative?

Mit unserer langjährigen Erfahrung im Matratzensegment sind wir der Meinung, dass kein universelles Einheitsprodukt eine individuell angepasste Matratze ersetzen kann. Dazu sind die Bedürfnisse des Einzelnen zu komplex und spezifisch und müssen bei der Matratzenwahl unbedingt Berücksichtigung finden. Das Ergebnis unseres ausführlichen Tests gibt uns diesbezüglich Recht und bekräftigt diese Aussage. Deshalb halten wir an unserem Weg fest, Schlafsysteme anzubieten, die zur jeweiligen Person passen und sich mit deren Bedürfnissen decken.

Das innovative youSleep-System

Wir sind noch einen Schritt weitergegangen und haben in enger Zusammenarbeit mit der Interessengemeinschaft der Rückenschullehrer/Innen e.V. (IGR) und dem bekannten Matratzenexperten Walter Braun das Schlafsystem „youSleep“ konzipiert, das jeder Person eine ergonomisch angepasste Schlafunterlage bieten kann.

Dabei haben wir die fünf Hauptfaktoren als Maßgabe gewählt, auf die sich jedes gute Schlafsystem anpassen lassen muss.

  • Körperbau
  • Gewicht
  • Statur
  • Schlafposition
  • Liegegefühl

Unsere „youSleep“-Matratzen bieten hier die Anpassungsfähigkeit, auf die es ankommt: Mehrschichtige Kernaufbauten bestehend aus Stütz- und Liegeschichten aus Kaltschaum, ergonomische Zonierungen und eine Vielzahl hautsympathischer Bezüge bieten eine umfangreiche Bandbreite an Komponenten, die individuell ausgewählt werden können und im Zusammenspiel eine perfekt angepasste Matratze bilden.

Auswahl einer passenden youSleep-Matratze

Damit die Auswahl, der passenden „youSleep“-Matratze, sich nicht unnötig kompliziert gestaltet, haben wir einen intuitiven Fragebogen entwickelt. Dieser erkennt anhand verschiedener Angaben zu Schlafposition, Körperbau und Co. Ihre persönlichen Anforderungen an eine Matratze und errechnet die Matratze, die perfekt zu Ihnen passt.


Sie finden den Online-Fragebogen im Betten.de Onlineshop auch auf der Gesamtliste unserer „youSleep“-Matratzen.

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Ulrich Carsten

Ulrich Carsten

Zertifizierter Bettenfachberater mit dem Schwerpunkt Matratzen in unserem Online-Shop "Betten.de" und seit 2011 Chef-Redakteur im Betten.de-Magazin. Sie finden Ihn auch auf .

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