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Torf

Betten.de Lexikon – Wissenswertes von A-Z

Torf bezeichnet eine organische Ablagerung, die in Mooren besteht, und stellt einen nicht nachwachsenden Rohstoff dar. Der Klimaschutzplan 2050 sieht zudem vor, die Verwendung von Torf zu reduzieren, um das vorherrschende Klima im natürlichen Umfeld von Torf und somit die Welt zu schützen.

Geschichte


Die Nutzung von Torf hat in Deutschland eine lange Tradition, die bis ins 11. Jahrhundert zurückreicht. Schon damals hatten die Mönche die Moore entwässert und so urbar gemacht. Zu Zeiten der Industrialisierung stieg der Bedarf an Brennstoff an, sodass sämtliche Industriebetriebe, Glashütten und Haushalte den Torfabbau unterstützten und den zersetzen Torf (Schwarztorf) als wichtigen Energielieferant nutzten. Der wachsende Bedarf an Torf führte zur systematischen Entwässerung vieler Moorbereiche und Feuchtgebiete, weshalb beispielsweise im Weitmoos, Nähe des Chiemsees, binnen weniger Jahre 40.000 Tonnen Hochmoortorf von Hand abgebaut wurden. Erst ab Mitte des 20. Jahrhunderts begriff die Menschheit, dass die noch verbliebenen Moore geschützt werden müssen.

Warum müssen die noch verbliebenen Moore geschützt werden?

Die Trockenlegung der Moore gibt viel klimaschädliches Kohlenstoffdioxid an die Atmosphäre ab und zerstört zudem einzigartige Lebensräume für Tiere und Pflanzen, weshalb der einzige richtige Weg hin zur Renaturierung (Wiederherstellung von naturnahen Lebensräumen) der Moore geht. Aus entwässerten deutschen Mooren entweichen jährlich 45 Millionen Tonnen CO2, was rund 5 Prozent der jährlichen Gesamtemissionen Deutschlands darstellt.

Dadurch, dass viele Bauern heutzutage auf den getrockneten Mooren ihre Agrarflächen haben und so ihr Geld verdienen, sind diese nicht von der Wiederherstellung der Natur überzeugt. Weshalb nach Lösungen gesucht wird, wie das Einkommen der Bauern gesichert werden könnte. So könnte beispielsweise der Wasserklee angebaut werden, der sehr eiweißreich ist und ein Sojaersatz darstellt. Andere Varianten wären der Anbau von Sonnentau, der für pharmazeutische Zwecke genutzt wird oder aber der Anbau des Rohrkolbens, welcher als Dämmmaterial oder Tierfutter genutzt werden kann. Aber auch der Torfmoosanbau kann eine potenzielle Einkommensalternative für die Landwirte sein.

Eigenschaften


Torf stellt einen hervorragenden Pflanzstoff dar, der eine enorme Wasserspeicherfähigkeit als Eigenschaft trägt. Zudem enthält Torf viele Nährstoffe, weshalb unzählige Hobbygärtner und professionelle Gartenbauer diesen Pflanzenstoff zur Anzucht von Schösslingen nutzen. Aufgrund des Klimaschutzes soll damit jedoch Schluss sein. Biologen haben nach Alternativen gesucht und auch welche gefunden, die jedoch noch nicht vollends optimiert sind:

Mögliche Alternativen zu Torf

  • Erde mit Holzfasern: Bei dieser Alternative ist jedoch das Problem, dass das Wasser nicht optimal gespeichert werden kann.
  • Kokosfasern: Kokosfasern haben zwar fast identische Eigenschaften wie Torf sind jedoch in puncto Nachhaltigkeit nicht die optimale Lösung.
  • Komposterde: Dass Komposterde aufgrund ihrer hohen Nährstoffdichte gut für Pflanzen ist, ist lange bekannt. Dennoch gibt es Pflanzen, die die vielen Nährstoffe nicht vertragen können.
  • Torfmoos: Torfmoos wird zunächst gezüchtet, getrocknet und anschließend geschreddert. Dadurch, dass Torfmoos in seiner wilden Form unter Naturschutz steht, ist dieser aktuell noch sehr teuer (circa 5 mal so teuer wie Torf).

Verwendung


Die Verwendung von Torf ist vielseitig, von der Whiskey-Herstellung über die Medizin bis hin zur Pflanzenpflege.

  • Heizmaterial:

    Torf kann als Heizmaterial verwendet werden oder aber in Torfkohle umgewandelt werden. Dabei wird das Torf unter ringer Luft- und Sauerstoffzufuhr langsam verbrannt. Auf Grund der enthaltenen sauren Bestandteile nimmt die menschliche Nase diesen Geruch sehr stark wahr.

  • Whiskey-Herstellung:

    Besonders bei schottischen Whiskeys wurde das Malz früher über einem Torffeuer getrocknet, da Holz ein relativ knapper Rohstoff war und für diesen Prozess als zu wertvoll galt. Mittlerweile stellt das Torffeuer mit dessen rauchigen Geschmack ein wichtiger Geschmacksträger der Whiskey-Herstellung dar.

  • Pflanzenpflege:

    Wie bereits erwähnt, wird Torf in der Pflanzenindustrie und von Gärtnern aufgrund seiner vielen Nährstoffe in großen Mengen zur Anzucht von Pflanzen verwendet.

  • Schlafunterlage:

    Früher wurde Torf auch als Schlafunterlage genutzt und war besonders bei Bettnässern und Kleinkinder sehr beliebt. Diese Schlafunterlage wurde jedoch im Laufe der Zeit von anderen Materialien abgelöst. In den vergangenen jahren wurde Torf und dessen positiven Eigenschaften erneut entdeckt und teilweise als Torffaser bei der Herstellung von Matratzen, Bettdecken und Kissen eingearbeitet.

Doch wie bereits schon erwähnt, sollte die Menschheit die Torfverwendung reduzieren, um die damit verbundene Kohlenstoffdioxid-Freisetzung zu mindern.

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