Einführung in die Welt der Bettdecken

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Einführung in die Welt der BettdeckenDas äußere Erscheinungsbild einer Decke wird wesentlich durch die Steppart beeinflusst. Zum einen fixiert die Steppung die Bettdeckenfüllung, zum anderen hat sie auch Auswirkungen auf die Wärmeisolation der Decke.

Winter-Bettdecken werden vorzugsweise mit innenliegenden Stegen ausgestattet, die ein höheres Volumen begünstigen und verhindern, dass an den Steppnähten – mangels Füllung – Kältezonen entstehen. Bei Sommerdecken hingegen wird beim Absteppen Stoff auf Stoff genäht, so kann an diesen Kühlzonen überschüssige Wärme ungehindert entweichen.

Bettdecken mit einer losen Füllung, wie beispielsweise Daunen, erfordern eine andere Steppart als Bettdecken, die mit weichen Vliesen aus Tierhaaren, Seide oder Kunstfasern gefüllt sind.

Das kleine Einmaleins der Bettdecken

Unabhängig vom Füllmaterial sind Bettdecken durch ihre Machart speziell auf bestimmte Jahreszeiten oder Verwendungszwecke abgestimmt. Isolierende Deckbetten sind bestens für die kalten Monate geeignet. Decken mit durchschnittlicher Wärmewirkung finden in der sogenannten „Übergangszeit“ Verwendung, während besonders leichte Ausführungen im Sommer für besten Temperaturausgleich sorgen.

Bettdeckenarten im Vergleich

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  • Leicht-Bettdecke: Hierbei handelt es sich um eine dünne Bettdecke mit geringem Füllgewicht, meist abgesteppt in kleine Karos, die besonders leicht auf der Haut liegt. Durch die geringe Wärmeisolation ist sie die ideale Sommerbettdecke.
  • Kombi-Bettdecke: Diese Vierjahreszeiten-Decke vereint eine Mono-Bettdecke (Übergang) und eine Leicht-Bettdecke (Sommer), die mittels Knöpfen zu einer warmen Winterdecke zusammengeknüpft werden können.
  • Mono-Bettdecke: Die klassische Übergangsdecke liegt in puncto Wärmewirkung zwischen einer Leicht- und einer Duo-Bettdecke. Sie kann aber auch als Ganzjahresbettdecke verwendet werden.
  • Duo-Bettdecke: Ähnlich wie bei der Kombi-Bettdecke werden zwei Einzeldecken miteinander kombiniert, allerdings werden die Decken fest miteinander verbunden. Dadurch entsteht eine Winterbettdecke mit besonders hoher Wärmewirkung.
  • Reisebettdecke: Diese Bettdecken sind vergleichbar mit besonders leichten und dünnen Sommerbettdecken, die sich zudem platzsparend im Reisgepäck verstauen lassen.

Steppungen bei Bettdecken

Das äußere Erscheinungsbild einer Decke wird wesentlich durch die Steppart beeinflusst. Zum einen fixiert die Steppung die Bettdeckenfüllung, zum anderen hat sie auch Auswirkungen auf die Wärmeisolation der Decke.

Winterdecken werden vorzugsweise mit innenliegenden Stegen ausgestattet, die ein höheres Volumen begünstigen und verhindern, dass an den Steppnähten – mangels Füllung – Kältezonen entstehen. Bei Sommerdecken hingegen wird beim Absteppen Stoff auf Stoff genäht, so kann an diesen Kühlzonen überschüssige Wärme ungehindert entweichen.

Bettdecken mit einer losen Füllung, wie beispielsweise Daunen, erfordern eine andere Steppart als Bettdecken, die mit weichen Vliesen aus Tierhaaren, Seide oder Kunstfasern gefüllt sind.

Stepparten für Bettdecken mit loser Füllung

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  • Ballonbett: Diese Bettdeckenform ist die einzige ohne Steppnähte. Die gesamte Füllung befindet sich lose in einer nicht unterteilten Hülle. Im Vergleich zu modernen Flachdecken mit fixierender Steppung verlieren klassische Ballonbetten immer mehr an Bedeutung.
  • Karosteppbett: Abwechselnd in Längs- und Querrichtung eingenähte Stegbänder schränken die Bewegung der Bettdeckenfüllung ein, schließen ein Wandern aber nicht völlig aus. Vor allem bei der Bettdeckenbefüllung bietet diese Steppart Vorteile, da nicht jede Kammer einzeln befüllt werden muss. Durch Glattstreichen und Aufschütteln kann die Füllung jederzeit wieder gleichmäßig verteilt werden.
  • Kassettendecke (Stegdecke): Hier wird die Bettdecke mittels eingenähter Stege in beliebig viele, gleich große Karos abgesteppt. Üblich sind Unterteilungen in 3×4 oder 4×6 komplett geschlossene Kammern, die ein Verrutschen der Füllung verhindern. Je nach gewünschter Wärmeisolation kann die Steghöhe zwischen 2cm und 15cm variieren. Zusätzlich sorgen die Stege für eine durchgängige Dicke der Zudecke bei optimaler Bauschkraft der Füllung. Kältebrücken werden somit verhindert.
  • Einziehdecke: Diese Art der Steppung wird vorzugsweise für leichte Sommerdecken verwendet. Viele kleine Karos ohne eingenähte Stege unterteilen die Decke und sorgen für eine sehr gleichmäßige Verteilung der Füllung. Da Ober- und Unterstoff bei der Steppung direkt miteinander verbunden werden, kann überschüssige Wärme bestens abgeleitet werden.

Stepparten für Bettdecken mit Vliesfüllung

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  • Karosteppung: Die Anzahl der abgesteppten Karos kann abhängig von Füllmaterial und gewünschter Bauschkraft variieren. Je größer die abgesteppten Karos sind, desto voluminöser ist die Decke. Diese Steppart findet sich häufig bei Bettdecken mit langfaserigen Vliesen wie beispielsweise Polyester.
  • Rautensteppung: Die schräg über die Bettdecke verlaufenden Karos fixieren die Füllung ebenfalls hervorragend, die Anzahl der Steppnähte ist allerdings deutlich höher als bei einer Karodecke. Diese Art der Steppung findet vor allem bei kurzfaserigen Füllungen, wie z.B. bei Seide, Anwendung, um den Zusammenhalt des Vlieses zu garantieren.
  • Kreissteppung: Diese Art der Steppung ist typisch für Kamelhaar-Bettdecken. Durch die kreisrunden Steppnähte ist die Decke besonders anschmiegsam.
  • Bettdecken mit abgesteppter Randrolle: Eine umlaufende Randrolle umschließt den inneren Bereich der Bettdecke. Durch diesen ungesteppten voluminösen „Schlauch“ umhüllt die Bettdecke den Schläfer von allen Seiten und schließt bündig mit der Schlafunterlage ab. Eine Randrolle findet sich vorzugsweise an wärmenden Winterbettdecken und sorgt für beste Isolation.

Füllmaterialien für Bettdecken

Ob eine Bettdecke eher für Menschen mit hohem Wärmebedarf geeignet ist oder für starke Schwitzer einen optimalen Feuchtigkeitsabtransport garantiert, wird durch die Füllung bestimmt. Mit dem passenden Füllmaterial kann das Schlafklima innerhalb der jahreszeitlichen Einordnung individuell abgestimmt werden.

Füllmaterialien für Bettdecken

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Merinowolle:
Bettdecken, die mit Merinowolle gefüllt sind, zeichnen sich durch herausragende wärme- und kälteisolierende Eigenschaften aus.
Cashmere:
Hierbei handelt es sich um das wertvollste und feinste Naturhaar, das für Bettdeckenfüllungen verwendet wird. Das Material ist besonders wärmend und damit für Personen mit sehr hohem Wärmebedarf ideal.
Daunen:
Bettdecken, die mit hochwertigen Daunen gefüllt sind, zeichnen sich durch eine gute Feuchtigkeitsdurchlässigkeit aus. Für die Herstellung von Daunendecken werden Gänsedaunen und Entendaunen sowie Federn verwendet. Die Wärmewirkung einer Daunendecke ist abhängig vom Herkunftsland der Daunen: Sibirische Daunen sind deutlich wärmender als europäische. Qualitativ sind die besten Gänsedaunen deutlich besser als die besten Entendaunen. Die wertvollste und teuerste Daune, die als Füllung in Bettdecken verwendet wird, ist die “Eiderdaune”. Auch Allergiker können heutzutage in Daunendecken schlafen, da diese mittlerweile in besonders milbendichten Ausführungen und auch bis 60 Grad waschbar angeboten werden.
Seide:
Mit Wildseide gefüllte Bettdecken sind ideal für Personen mit geringem Wärmebedarf, da Wildseide sehr gut Temperaturen ausgleicht und viel Feuchtigkeit aufnehmen kann.
Lyocell:
Die waschbare Füllung ist ideal für Allergiker geeignet und bietet für Personen mit einem mittleren Wärmebedarf ein ideales Schlafklima. Die Faser mit hohem Zellstoffanteil zeichnet sich durch einen sehr guten Feuchtigkeitstransport aus.
Microfaser:
Für die Herstellung von synthetisch gefüllten Bettdecken werden in erster Linie Hohlfasern aus Polyester verwendet. Moderne Bettdecken mit synthetischer Faserfüllung sind äußerst leicht und bieten gute Wärmeeigenschaften. Im Vergleich zu Daunendecken haben Bettdecken mit synthetischer Faserfüllung allerdings schlechtere Eigenschaften bei der Feuchtigkeitsdurchlässigkeit.
Kamelflaum:
Dieses hochwertige Füllmaterial ist der Allrounder unter den Bettdeckenfüllungen. Sowohl für Personen die stark schwitzen, als auch für Schläfer mit hohem Wärmebedarf ist das weiche Tierhaar durch seine hervorragenden Wärmeeigenschaften bei sehr gutem Feuchtigkeitsmanagement optimal geeignet.
Baumwolle: Die Wärmewirkung von Bettdecken, die mit Baumwolle gefüllt sind, fällt in der Regel eher gering aus. Beim Kauf einer Bettdecke mit Baumwoll-Füllung sollten Sie unbedingt auf das Siegel kbA (kontrolliert biologischer Anbau) achten, da ansonsten das Risiko einer Insektizid-Belastung besteht.

Bettdeckenfüllungen nach persönlichem Wärmebedarf

Bettdeckenfüllung nach Wärmebedarf

Die richtige Größe auswählen

Die Bettdecke muss lang genug sein, um den ganzen Körper gut darin “einmummeln” zu können. Personen mit einer Körperlänge von bis zu 1,80 m kommen deshalb mit einer Zudecke im Standardformat von 135 x 200 cm bestens zurecht, während größere Menschen eine Bettdecke im Format 155 x 220 cm für einen optimalen Schlafkomfort wählen sollten.

Lebensdauer von Bettdecken

Nichts hält für die Ewigkeit – das gilt auch für Zudecken: Generell sagt man, dass Bettdecken nach fünf Jahren ausgetauscht werden sollten.

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Ulrich Carsten

Ulrich Carsten

Zertifizierter Bettenfachberater mit dem Schwerpunkt Matratzen in unserem Online-Shop "Betten.de" und seit 2011 Chef-Redakteur im Betten.de-Magazin. Sie finden Ihn auch auf .

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