Bambus

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Bambus

Bambus gehört zu den nachwachsenden Rohstoffen. Er zeichnet sich durch verschiedene herausragende Eigenschaften aus und wird für viele unterschiedliche Zwecke genutzt. So dient Bambus auch als Material in der Möbel- sowie Bettenherstellung und wird ebenfalls für die Fertigung von Lattenrosten eingesetzt.

Definition – Bambus:


Mit dem Begriff Bambus werden sowohl die (sub)tropische Pflanze als auch die von ihr gewonnenen und als Rohstoff für die verschiedensten Einsatzgebiete verwendeten Rohre bzw. Röhren bezeichnet.

Das Wort Bambus soll seinen Ursprung im 17. Jahrhundert haben und auf den niederländischen Ausdruck "bamboe(s)" zurückzuführen sein, welcher wiederum auf südindischen Dialekten (malaiisch: bambu) basieren soll.

Erläuterungen:


Bambus bzw. lat. Bambusoideae bildet botanisch eine Unterfamilie der Familie der Süßgräser / Poaceae. Weltweit kommen etwa 1.500 verschiedene Arten von Bambus vor, wobei eine Einteilung in drei Tribus (botanische Kategorie zwischen Gattung und Familie erfolgt. Zu den Tribus Arundinarieae und Bambuseae werden vorwiegend die Bambusarten gezählt, die sich durch das typische starke Verholzen der hohlen Stängel auszeichnen. Bambusarten, die durch ein vorwiegend krautartiges Wachstum gekennzeichnet sind, gehören zum Tribus Olyreae. Natürlich verbreitet ist Bambus beinahe überall auf der Welt, wobei er nicht in der Antarktis und nicht in Europa (abgesehen von Kulturpflanzen) anzutreffen ist. Bambus bedeckt auf der Erde eine Fläche von etwa 37 Millionen Hektar, wobei ca. neun Millionen Hektar in Indien und ca. sechs Millionen Hektar in China liegen.

Eine Bambuspflanze besteht unterirdisch aus Rhizomen, Augen und Wurzeln. Oberirdisch gehören Halme, Zweige, Knospen und Blätter zu den Bestandteilen des Bambus. Das Rhizom ist quasi das Herzstück des Bambus. An ihm entwickelt die Pflanze Wurzeln und so genannte Rhizomaugen, aus welchen neue Halme sprießen oder neue Rhizome gebildet werden. Viele Bambusarten verfügen über Rhizome, die Ausläufer bilden, was bedeutet, dass sich die Rhizome des Bambus unter der Erde nahezu unendlich und immer wieder aufs Neue verzweigen, wodurch sich eine einzelne Bambuspflanze auf einer sehr großen Fläche ausbreiten kann. Werden derartige Bambusarten im heimischen Garten kultiviert, setzt man um eine unkontrollierte Ausbreitung des Bambus zu verhindern, eine so genannte Rhizomsperre aus einer stabilen Folie oder ähnlichem in den Boden ein. Neben den Ausläufer bildenden Bambusarten gibt es auch noch Arten, die in Horsten wachsen. Diese werden botanisch als Fargesia bezeichnet. Bei den Fargesia-Bambusarten entwickeln die Pflanzen aus jedem Rhizonende einen neuen Halm. Auch diese Bambusarten nehmen auf Dauer mehr Fläche ein, breiten sich aber nicht so massiv wie die Ausläufer bildenden Arten aus.

Beim Bambus brechen die Halme wie die Spitzen des Spargels durch den Boden. Zu diesem Zeitpunkt sind die Halmspitzen noch weich, beginnen aber direkt damit am unteren Ende auszuhärten bzw. zu verholzen. Die Spitze des Halms ist beim Bambus meist noch weich, während es im unteren Bereich bereits zum Ausklappen von Zweigen und zur Beblätterung kommt. Die komplette Aushärtung der Halmwandlung erfolgt im 2. und 3. Jahr nach dem Austrieb. Bambus gehört zu den immergrünen Pflanzen und verliert dementsprechend sein Laub im Herbst nicht, weshalb er gerne als älebenderô Sichtschutz kultiviert wird. Die Halme des Bambus sind aufgrund ihrer harten Wandung, die durch sehr feste Fasern gestützt wird, sehr stabil. In den Fasern ist Lignin enthalten, das auch Bestandteil von Holz ist und für eine hohe Festigkeit und Robustheit sorgt. Nahezu alle Bambushalme sind von innen hohl, was die Pflanzenteile ebenfalls vor Bruch schützt. Selbst heftige Stürme mit orkanartigem Ausmaß führen nur sehr selten dazu, dass Bambushalme brechen.

Es gibt zwischen den Bambusarten sehr große Unterschiede, was z.B. das Höhenwachstum, die Wachstumsgeschwindigkeit oder die Halmstärke angeht. Darüber hinaus hängt die individuelle Entwicklung von Bambuspflanzen auch vom Standort bzw. von den Standortbedingungen ab. In Deutschland dauert die Vegetationsperiode des Bambus vom Frühjahr bis zum Herbst. Es gibt Arten, die in unseren Gefilden vollkommen winterhart sind und Arten, die hierzulande nicht draußen überwintert werden können. Es gibt Bambusarten, welche in ihren Heimatregionen innerhalb eines Tages ein Halmwachstum von 25 cm bis 50 cm erreichen können. Es gibt Arten, bei denen sich die Halme binnen eines Monats vollständig entwickeln und dabei bis zu zehn Meter hoch werden und einem Durchmesser von bis zu zehn Zentimetern erzielen. Der Höhenrekord beim Bambus wurde in China ermittelt: Er liegt bei 46 m Höhe, einem Halmdurchmesser von 36 cm und einem Gewicht von ca. 450 kg für einen Halm bzw. ein Bambusrohr.

Rohstoff Bambus und seine Eigenschaften

Bambus gehört zu den natürlichen Rohstoffen, die am schnellsten nachwachsen. Er ist ein bedeutsamer Filter für die grüne Lunge unserer Erde, da er äußerst viel CO2 aufnimmt. Je Hektar Bambus-Anbaufläche lassen sich pro Jahr 10 bis 15 Tonnen Biomasse nachhaltig gewinnen. Darüber hinaus weist Bambus viele weitere ausgezeichnete Eigenschaften auf:

  • Bambus bietet eine ausgesprochen hohe Oberflächenhärte, die durch in seiner extrem dichten Zellstruktur begründet ist.
  • Das Eigengewicht von Bambus in Relation zur Nutzlast ist sogar besser als das Verhältnis von Eigengewicht zu Nutzlast beim Stahlbeton.
  • Die Zugfestigkeit von Bambus soll zweieinhalb Mal höher als die von Stahl sein.
  • Bambus ist sehr elastisch und lässt sich biegen.
  • Die Halme der Graspflanze zeichnen sich durch einen natürlichen UV-Schutz aus, was für eine hohe Farbstabilität sorgt. Beim Holz liegt dieser Schutz nur in der Rinde vor, die im Rahmen der Verarbeitung allerdings in der Regel meist wegfällt.
  • Im Bambus sind keine Öle, Gerbsäuren oder Harze enthalten, weshalb er im Vergleich zu Holz leichter verarbeitet werden kann.

Nutzung von Bambus

Als leicht verfügbarer Rohstoff in hoher Qualität wird Bambus für viele unterschiedliche Zwecke genutzt. Er ist robust und sehr strapazierfähig, weshalb er ein idealer Werk- und Baustoff ist. Bambus kommt zum Beispiel als Material für den Bau von Häusern, für die Herstellung von Baugerüsten oder als Rahmenmaterial für die Fertigung von Lattenrosten zum Einsatz. Auch im Möbelbau findet Bambus Verwendung. So gibt es unter anderem Barmöbel oder Betten aus Bambus.

Besonders populär ist die Bambusnutzung in Asien. Hier wird der Rohstoff unter anderem für die Gestaltung von Haus und Garten oder aber auch für die Produktion von Gegenständen wie z. B. Musikinstrumenten verwendet. Darüber hinaus werden einige Bambusarten auch als Nahrungsmittel geschätzt, wobei die jungen Bambussprossen verzehrt werden.

Aus Bambus werden auch verschiedene Holzprodukte hergestellt. So gibt es Leimholzplatten, Furniere oder OSB-Platten aus Bambus. Für den Außenbereich sind beispielsweise Terrassendielen (WPC – Wood-Plastic-Composites) auf Basis von Bambus erhältlich.

Bambus-Produkte und Möbel aus Bambus sind sehr pflegeleicht. Für die Pflege von Möbeln im Innenbereich wie Bambusbetten sind normal ein feuchtes Tuch und die Verwendung eines milden Reinigers ausreichend. Alternativ kann auch auf einen speziellen Reiniger für Bambus zurückgegriffen werden. Für Möbel aus Bambus, die im Garten genutzt werden, wird im Handel ein Pflegeöl angeboten.

Synonyme:


Bamboo, Bambusoideae

Bilder – Bambus:


Bambus 1Natürlicher Bambuswuchs Bambus 2Bambushalme Bambus 3Bambus-Veredelung BambussprossenBambussprossen Bambus ProduktionBambus-Produktion Bambus HolzMaserung des Bambusholzes Bambus HütteHütte aus Bambus Bambus BrückeBrücke komplett aus Bambus Bambus Brücke 1Brücke mit Bambus-Geländer Bambus WasserleitungBambus als Wasserrohre Bambus FensterFenstergitter aus Bambus Bambus VogelkäfigVogelkäfig aus Bambus Bambus InsektenhotelBambus-Insektenhotel Bambus FahrradFahrrad mit Bambusrahmen Bambus-Korb dampfgarenDampfgaren im Bambuskorb Bambus SushiAuf Bambus serviertes Sushi
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